Großes Lob für die EBG

Besuch aus Kiel: Schulleiter Stephan Krumme gab den beiden Grünen-Frauen Ines Strehlau, (rechts), schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, und Kommunalpolitikerin Nadine Mai auch Wünsche mit auf den Weg.
Besuch aus Kiel: Schulleiter Stephan Krumme gab den beiden Grünen-Frauen Ines Strehlau, (rechts), schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, und Kommunalpolitikerin Nadine Mai auch Wünsche mit auf den Weg.

94 Anmeldungen fürs nächste Schuljahr: Landtagsabgeordnete Ines Strehlau (Grüne) informiert sich über die Gründe des Aufschwungs

shz.de von
06. Juli 2018, 16:00 Uhr

Die Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) ist auf Erfolgskurs. Das wird besonders an den Schülerzahlen deutlich, die stetig steigen und in diesem Jahr einen neuen Höhepunkt erreichten. Im vergangenen Jahr meldeten sich 75 Mädchen und Jungen an der EBG für eine 5. Klasse an. Erfreulich hier: Für viele war die Schule die erste Wahl. „Wir haben so viele Erstwünsche wie in den letzten vier Jahren nicht“, stellte Schulleiter Stephan Krumme damals zufrieden fest. In diesem Jahr sind es sogar noch einmal 19 Anmeldungen mehr. 94 Schüler wollen nach den Sommerferien an der Gemeinschaftsschule mit festem Ganztagsbetrieb in die weiterführende Schullaufbahn starten.

Ein Erfolg, der auch im Kieler Landtag wahrgenommen wird. Ines Strehlau, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, besuchte jetzt kurz vor Schuljahresende die EBG, um der Schule Respekt zu zollen, sich über die Gründe des Booms zu informieren und sich vor Ort umzuschauen. Woran liegt der Aufschwung, fragte sie den Schulleiter? „An unserem total engagierten Team, das weit über den Unterricht hinaus arbeitet“, entgegnete Krumme. Zudem bietet die Schule attraktive Profile und einen verpflichtenden Ganztagsunterricht mit starken alltagsprägenden Lernzielen. Krumme: „Bei uns gibt es Technikunterricht für alle in der 7. Klasse. Jeder muss Kochen und Nähen lernen.“ Neu ist zudem auch, dass die Neuntklässer jetzt das ganze Jahr über jeden Dienstag in einen Betrieb gehen.


Mehr Eigenverantwortlichkeit

Der Schulleiter nutzte den Besuch aber auch, um der Landespolitikerin Wünsche seinerseits mit auf den Weg zu geben. „Wir benötigen honorierte Zeit, um Schule gestalten zu können, mehr Flexibilität, um Überstunden ausgleichen zu dürfen, und mehr Anreize, damit die wenigen Lehrer, die sich für den Süden unseres Landes entscheiden, nicht schnurstracks nach Hamburg abwandern, weil sie dort schneller verbeamtet werden“, forderte er. Strehlau sagte zu, sich für mehr Eigenständigkeit für Schulen einzusetzen. Die Bildungseinrichtungen sollten selbstständiger mit Geld und Lehrerstunden umgehen dürfen. Außerdem kündigte sie der Schule zusätzliche Ressourcen durch den Bildungsbonus an, der laut Jamaika-Koalition ab 2019 Schulen mit besonderen Herausforderungen winke, wozu wahrscheinlich auch die EBG zähle.

„Wir sind eine bunte Gemeinschaft“, sagt nicht nur Krumme über seine Schule, in der rund 50 Prozent der Jugendlichen aus zugewanderten Familien stammen. Das bekennen die Schüler auch selbst und durchaus mit Stolz, wie jüngst während der Entlassungsfeier zum Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss. Dennoch fordert der Schulleiter , dass auch die Gymnasien mehr soziale Verantwortung übernehmen. „Jeder soll die Chance haben, Abitur zu machen. Aber für viele ist der Weg in die Ausbildung eine sehr gute Alternative“, bilanziert Strehlau. Und EBG-Schulleiter Krumme merkt an: „Ein Ausbildungsweg muss nicht immer geradlinig sein.“

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