Drei Tage Partylaune : Großes Gemeindefest in Holm

Kristan (4) und Marike (7) begleiten ihre Mama Kathrin Brunier-Harder zum „Eeten in Witt“. Tomaten mit Mozzarella und selbstgemachte Zitronenlimonade haben sie mitgebracht.
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Kristan (4) und Marike (7) begleiten ihre Mama Kathrin Brunier-Harder zum „Eeten in Witt“. Tomaten mit Mozzarella und selbstgemachte Zitronenlimonade haben sie mitgebracht.

Von kulinarischen Genüssen beim „Eeten in Witt“ über das musikalische Jubiläum der Kantorei bis zur Sommerfeier.

shz.de von
06. Juli 2015, 10:00 Uhr

Holm | Gleich drei Tage lang feierte Holm sein Gemeindefest. Der Startschuss fiel am Freitag: Zum zweiten Mal rief die evangelische Kirchengemeinde die Feinschmecker des Dorfes zum „Eeten in Witt“ in ihren Garten. „Wir haben viel mehr Teilnehmer als im vorigen Jahr“, sagte Pastorin Susanne Schmidtpott schon kurz nach dem offiziellen Beginn erfreut. Und immer noch trugen weiß gekleidete Gäste Picknickkörbe heran, und die lange Tafel musste um weitere Tische verlängert werden.

Über 40 waren es schließlich, darunter etliche Familien mit Kindern. Adda Behnke lud 2012 zum ersten Holmer „Diner en Blanc“ ein und verpasste der aus Frankreich importierten Idee des eleganten Picknicks den plattdeutschen Namen. Zur 700-Jahr-Feier des Kirchspiels Wedel, das seit Menschengedenken auch Holm einschließt, überließ sie ihr Projekt 2014 der evangelischen Gemeinde. Jetzt genoss sie das Fest schon zum zweiten Mal ohne die Bürde der organisatorischen Verantwortung.

Was unterscheidet die plattdeutsche Version vom Pariser Original? Vielleicht eine größere Gelassenheit den Regeln gegenüber. Eleganz in Weiß von Kopf bis Fuß? Es gab zwei Hochzeitsgewänder, weiße Perlen, weiße Hosen, weiße Tennisschuhe. Aber bei der Hitze reichte hier und da schon ein weißes T-Shirt. Vom Gürtel abwärts wurden Bluejeans nonchalant übersehen, ja sogar Badelatschen. Und der Wein durfte rot sein.

Auf den kulinarischen Freitag folgte der musikalische Sonnabend. Für die Holmer Kantorei war das Fest der ideale Rahmen, ihr eigenes 20-jähriges Bestehen zu feiern. Seit 13 Jahren leitet Olaf Generotzky die Sängerschar. „Als ich anfing, waren wir knapp 20, inzwischen sind wir auf 35 angewachsen“, so seine Erfolgsbilanz. Schwerpunkt des Repertoires seien kirchliche Gesänge, denn die Kantorei gibt Konfirmationsfeiern, Erntedankfesten und anderen besonderen Gottesdiensten den musikalischen Rahmen. Doch manche populären weltlichen Weisen finden auch Eingang ins Programm, versichert Generotzky.

Einmal pro Woche trifft sich der Chor

„Darüber hinaus genießen wir unser freundschaftliches Zusammensein“, macht Anke Weidner-Hinkel klar. Einmal pro Woche, immer mittwochs um 20.15 Uhr, versammelt sich der Chor im Gemeindehaus, Steinberge 18, zur regulären Probearbeit. Auch das seien Gelegenheiten für Neugierige, unverbindlich reinzuschnuppern.

Das große Sommerfest war dann für Sonntag angesetzt. Erst wollte die Feier nicht recht in Gang kommen. Ausgerechnet als es gerade anfangen sollte, sorgte eine kräftige Dusche von oben dafür, dass die Gäste nur zaghaft hereintröpfelten. Kaum aber war der Himmel wieder trocken, strömten Kleine und Große in den schön geschmückten Garten am Gemeindehaus.

Kinder konnten sich außerdem durch einen Parcours biblischer Geschichten spielen. Besonders beliebt: aufeinander einprügeln wie einst David und Goliath, allerdings mit weichen „Batakas“, einem neuen Trend-Spielzeug. Felicia und Tjalf waren die ersten, die sich darauf einließen.

Eine Schleuder gab es auch. Die verschoss Schokoladenküsse, die mit offenem Munde aufzufangen waren. So wurde die Speisung der 5000 anschaulich. Für die Schufterei der Arbeiter im Weinberg stand das anstrengende Rasenhockeyspiel. Daneben gab es einen Auszug aus Ägypten, das Gleichnis vom Sämann im Felde und schließlich Sodom und Gomorrha als Kinder-Zeitvertreib. Diakon Björn Kohring koordinierte das Gewusel. Mit rund 300 Besuchern rechnete die Gemeinde. Später am Nachmittag hatte sich die Kantorei zur musikalischen Unterhaltung angesagt.

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