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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. November 2017 | 06:53 Uhr

Großer Ansturm auf kleine Rollen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Sabotage-Films castet Komparsen für ARD-Filmproduktion „Maikes schwarze Schafe“ / Dreharbeiten laufen vom 7. Juli bis zum 7. August

Für einen Nachmittag gab es im Haseldorfer Hof einen Vorgeschmack auf „Füdrum“, das idyllische Dorf, in das Titelfigur in „Maikes schwarze Schafe“ unvermittelt hineinplatzt. Denn die Berliner Sabotage-Films GmbH, die hier in der Marsch vom 7. Juli bis zum 7. August die Geschichte der allein erziehenden Frau und ihrer beiden Kinder Jasper (11) und Luise (7) für die ARD produzieren will, suchte nach Komparsen und Statisten. Zwei Fotografinnen waren angereist, um eventuelle Interessenten abzulichten.

Eigentlich sollt es erst um 15 Uhr sollte losgehen, aber schon viel früher war kaum noch Platz für den Andrang. Und immer mehr Leute kamen, ganze Familien aus nah und fern, die alle gerne etwas Hollywood-Luft schnuppern wollten. Der Zustrom ebbte nur einmal für eine Weile ab, solange draußen ein Wolkenbruch niederprasselte. Etwas aus dem Nähkästchen der Filmemacherei zu plaudern? Dazu waren die beiden Kamerafrauen von der Spree angesichts der Menschenmassen viel zu sehr im Stress.

Es ging zu wie in einem Job-Center, nur viel schneller: Sitzplatz finden, Formular ausfüllen, in die Schlange einreihen und schließlich in die Linse lächeln. Außer Name, Geschlecht, Alter, Anschrift und Telefonnummern wollten die Berliner von ihren zukünftigen Komparsen eine ganze Menge mehr wissen: Augen- und Haarfarbe, Schuh- und Hut-Größe, Körpermaße und Konfektionsnummer natürlich auch.

Danach ging es um Hobbys und Beruf, Führerschein und Fremdsprachen, Umgang mit Tieren sowie um „spezielle Fähigkeiten“. Bei dieser Frage wusste Annette Joseph nicht weiter. Aber sie hatte ihre Tochter Jessica Hanetz und Enkelin Donia Lina dabei. Die zählten auf, was Oma alles auf dem Kasten hat. Spaß mit den Formularen hatten auch Patricia Kirste und ihre beiden Töchter Stephanie und Joeana. Sie wollten alle drei für einen Monat zum Film.

Küchenchef Florian Ehlers hatte gerade Dienst am Herd im Haseldorfer Hof. Da war der Weg zum Casting-Raum für ihn nicht weit. Ebenso wenig für seine Kinder Lara und Gil, denn die Familie wohnt gleich nebenan. Also reihten sich die Drei in die Fotoschlange ein. Die neunjährige Lara fand es cool und war trotzdem aufgeregt. Ihr siebenjähriger Bruder sei erst skeptisch gewesen, berichtete Vater Florian, aber dann habe er sich überreden lassen. „Filmschauspieler werde ich aber nie“, machte der Junge klar. Sein Berufsziel? „Koch natürlich!“


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