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Falscher Bombenalarm in Wedel : Granit-Poller sorgt fast für eine Massenevakuierung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Am Donnerstag hat ein falscher Bombenalarm die Einsatzkräfte in Wedel für mehrere St7unden in Atem gehalten.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2016 | 00:34 Uhr

Wedel | Am Donnerstag gegen 10.45 Uhr: Tiefbau-Arbeiter Falko Thiele und seine Kollegen heben mit schwerem Gerät einen Schacht neben dem Gehweg an der Stockbrücke aus, als die Baggerschaufel in lockerer Erde auf einen Gegenstand stößt. „Er hat sich ein Stück bewegt und wir haben gesehen, dass es kein Findling sein kann“, sagt Thiele. Ein genauerer Blick offenbarte einen runden Zylinder von knapp 30 Zentimeter Durchmesser mit einem Metallaufsatz – hoch verdächtig. Die Arbeiter informieren die Feuerwehr in der gegenüberliegenden Wache, die lässt sofort die Baustelle räumen. Gemeinsam mit der Polizei werden umgehend großräumig Straßensperrungen veranlasst: Bombenalarm mitten in Wedel.

Der Ort des vermeintlichen Munitionsfunds – er ist heikel. Im Süden die Badebucht, im Norden das Seniorenheim Heinrich Gau und eine Grundschule, Batavia sowie Hotel, Restaurants, Stadt- und Barlach-Museum, viele Wohnungen und Häuser. Und nicht zuletzt wenige Meter entfernt die Feuerwache.

Sie alle liegen in dem 500-Meter-Radius, den die Experten um die Fundstelle zeichnen. Der Umkreis, in dem gegebenenfalls evakuiert werden muss. Während genau dieses Szenario vorbereitet wird, holen die Einsatzkräfte zwölf Bewohner aus unmittelbar angrenzenden Reihenhäusern zu ihrer Sicherheit in die Wache. Parallel werden Fotos von dem Fund an den Kampfmittelräumdienst übermittelt zwecks Lageeinschätzung. Erstes Ergebnis: Die Fernanalyse reicht nicht aus. Also macht sich ein Sprengstoff-Experte des Landeskriminalamts auf den Weg nach Wedel.

Der kann gegen 13.45 Uhr schließlich Entwarnung geben: Bei dem Gegenstand handelt es sich definitiv nicht um Munition. Ende der Absperrmaßnahmen für den Verkehr, der sich teils mühsam durch umliegende Straßen quälen musste. Mit dem Baggerarm wird der Zylinder vollständig aus der Erde gezogen: Es handelt sich einen rund eineinhalb Meter langen Granit-Poller mit einem Metall-Aufsatz.

Resümee des nicht alltäglichen Einsatzes unter Leitung von Wedels stellvertretendem Wehrführer Uwe Brandt: optimal gelaufen mit exakt den angemessenen Maßnahmen. Dies habe der Kampfmittelräumdienst den Wedeler Kräften bescheinigt, so Bürgermeister Niels Schmidt, der sich ebenfalls in der Wache eingefunden hatte. Der Absperrbereich sei ausreichend bemessen gewesen. Ebenso war es richtig, nicht direkt zu evakuieren, wohl aber parallel zur FundAnalyse diese Maßnahmen vorzubereiten, so Schmidt.

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