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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. Oktober 2017 | 09:40 Uhr

Wedel : Graffito soll zum Frieden mahnen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Arbeitskreis gegen Rechtsradikalismus legt ersten Entwurf für Wandbild zum Gedenken an die NS-Opfer aus Putten vor.

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2015 | 16:30 Uhr

Wedel | Der unscheinbare Verbindungsweg zwischen Rissener Straße und Kronskamp trägt seit Mai einen Namen, der an seine düstere Geschichte erinnert – Puttener Weg. Benannt nach dem Heimatort von 16 Niederländern. Die Männer waren im nahegelegenen KZ-Außenlager Wedel interniert und starben an den Folgen brutaler Zwangsarbeit. Der Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit hat jetzt einen ersten Entwurf für ein Gedenk-Graffito in der umbenannten Straße vorgelegt.

„Wir haben uns mit dem Wedeler Graffiti-Künstler Johann Lucht in Verbindung gesetzt“, berichtet Irmgard Jasker vom Arbeitskreis. Dieser habe dann mit Heike Stockhaus vom Ernst Barlach Museum nach einem passenden Motiv gesucht. Das – vorläufige – Ergebnis ist eine Abbildung der Friedensengel-Skulptur von Ernst Barlach. Daneben soll ein Zitat von Käthe Kollwitz stehen, das mahnt: „Nie wieder Krieg.“ Auf Deutsch und Niederländisch. „Das wird die Puttener sicher freuen“, ist sich Jasker sicher.

Am Sonnabend, 14. November, wird sie Gelegenheit haben mit Gästen aus der niederländischen Provinz Gelderland zu diskutieren. Dann erwartet der Arbeitskreis eine Puttener Delegation. Nach einer Gedenkveranstaltung in der Mensa der Gebrüder-Humboldt-Schule wird Lucht den Niederländern sein Motiv präsentieren. Ab 15 Uhr trifft man sich erneut am Straßenschild Puttener Weg um anschließend am KZ-Gedenkstein in der Rissener Straße Blumen niederzulegen.

Johann Lucht hat das Motiv zusammen mit Heike Stockhaus vom Barlach-Museum entworfen. (Foto: Oster)
Johann Lucht hat das Motiv zusammen mit Heike Stockhaus vom Barlach-Museum entworfen. (Foto: Oster)
 

Das Einverständnis der Puttener zum Motiv ist eine Bedingung für die Umsetzung. Auch der Besitzer der Wand, die Firma Elbe Recycling, hat noch ein Wort mitzureden. „Familie Bödel hat uns grundsätzlich grünes Licht gegeben“, so Jasker. Lucht würde die Spraydosen erst in die Hand nehmen, wenn die kalte Jahreszeit vorbei wäre. Bis dahin wird der Arbeitskreis auch die Finanzierung klären. Der Graffiti-Künstler arbeitet kostenlos, für die Materialkosten werden aber möglicherweise noch Spender gesucht.

Putten war im Oktober 1944 Schauplatz eines Kriegsverbrechens der Wehrmacht. Als Vergeltungsaktion für einen Anschlag von Partisanen, verschleppten die Deutschen 661 Männer aus dem Dorf, die in verschiedenen Konzentrationslagern Zwangsarbeit leisten mussten. 16 starben in Wedel. Seit den 1980er Jahren pflegen Wedeler intensive Kontakte mit der Gemeinde in den Niederlanden.

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