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Motorrad-Gottesdienst in Haseldorf : Glückstränen und ein Heiratsantrag

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

PS-Romantik: Vor mehr als 500 Bikern machte der Hetlinger Siegfried Kötting seiner Freundin Ulrike Grapp einen Heiratsantrag.

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erstellt am 24.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Über allem steht die Liebe – sie war denn auch das zentrale Thema auf dem 14. Motorradgottesdienst – dem „grünen MoGo“ – am vergangenen Sonntag im Haseldorfer Hafen. Gleich zu Beginn der Andacht wurde die Liebe sogar real und sichtbar in einer überraschenden Inszenierung. Vor dem riesigen Anhänger, der gleichzeitig als Bühne mit Altar für die Pastoren Rainer Patz aus Quickborn und Andreas Petersen aus Haselau diente, und vor fast 500 Gästen ergriff Siegfried Kötting aus Hetlingen das Mikrofon. Mit vor Rührung tränenerstickter Stimme fragte er seine langjährige Freundin Ulrike Grapp, ob sie ihn zum Mann nehmen wolle.

Es habe „schwere Zeiten“ gegeben und sie sei das Beste, was ihm je passiert sei, so Kötting. Seine Liebste war derartig überrascht und glücklich, dass sie vor Tränen kaum verständlich „Ja“ zu dem romantischen Heiratsantrag hauchte. Das Publikum applaudierte begeistert und hier und da wurde verstohlen eine Träne aus dem Auge gewischt. Der MoGo-Verlobung soll eine Trauung in Weiß folgen und zwar 2014 beim nächsten „grünen Motorradgottesdienst“ am Haseldorfer Hafen. Das haben die Brautleute spontan beschlossen.

Nach der Andacht, die stets musikalisch von Haselaus Kirchenmusiker Michael Horn-Antoni gestaltet wird, wurden traditionell Pokale verteilt. Der älteste Motorradfahrer war Ernst Kuhlemann (74). Der Biker Frank Petrikowski hatte mit 223 Kilometern aus Ravenslo bei Rostock den weitesten Weg zurückgelegt. Der jüngste Besucher mit fünf Jahren und in zünftiger Motorradkluft, hieß Ruwen Hirche. Er war mit seinem Vater aus Moorrege gekommen. Ihnen allen wurde jeweils ein Pokale überreicht.

Auch in diesem Jahr hatten sich schon am frühen Morgen mehrere hundert Biker zu einem ausgiebigen Frühstück beim Edeka-Laden von Horst Ermeling in Uetersen getroffen. Danach waren sie nach einer „toll ausgearbeiteten Tour“ – so Pastor Petersen in seiner Begrüßungsansprache – durch die üppig grüne Marschlandschaft mit einiger Verspätung im Haseldorfer Hafen eingelaufen.

Der lang anhaltende Regen hatte sich rechtzeitig verzogen, und so stand dem Spaß auf dem großen Bikerfest unter Gottes Segen nichts mehr im Wege. Hinterher wurde geklönt, ausgiebig gefachsimpelt, Erbsensuppe und Gegrilltes gegessen.

Für Unverständnis sorgte allerdings bei vielen das Verhalten einiger Biker. Sie verließen ausgerechnet beim Verlesen der Namen der im vergangenen Jahr verstorbenen Motorradfahrern und beim Segnen mit aufheulendem Motoren auf ihren Maschinen den Haseldorfer Hafen.

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