Betreuung : Gibt es bald an allen Wedeler Grundschulen einen Frühdienst?

Frühe Arbeitszeiten der Eltern  können eine Betreuung von Grundschulkindern bereits vor der ersten Stunde erfordern.
Frühe Arbeitszeiten der Eltern können eine Betreuung von Grundschulkindern bereits vor der ersten Stunde erfordern.

An einer Schule gibt es seit einem halben Jahr einen Frühdienst, aber auch an anderen Einrichtungen besteht Bedarf.

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09. Januar 2019, 12:00 Uhr

Der Frühdienst in der Moorwegschule ist gut angelaufen. Seit Sommer 2018 werden dort 14 Erst- und Zweitklässler, deren Unterricht regulär um 8.30 Uhr beginnt, bereits eine Stunde vorher von der Schulkindbetreuung versorgt. Jetzt hat die Verwaltung sich auch von den anderen beiden Grundschulen der Stadt, von der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) und der Altstadtschule, ein Stimmungsbild für eine mögliche Betreuung vor Unterrichtsbeginn eingeholt. „Weil wir Signale aus den Schulen vernommen haben“, erläutert Fachdienstleiter Burkhard Springer auf Nachfrage von shz.de.

Eltern der ASS hätten bei der Schulleitung ihr Interesse für einen Frühdienst bekundet. Aber auch wegen des Gebots der Gleichbehandlung habe die Stadt die Befragung angestoßen. Das vorläufige Ergebnis: 21 Eltern der ASS gaben an, dass sie eine Betreuung vor Schulbeginn wahrnehmen wollten. Darunter für sieben Kinder, die jetzt noch die Kita besuchen und im Sommer 2019 in die erste Klasse der Einrichtung kommen. In der Altstadtschule sind es 14 Eltern, die Interesse für einen Frühdienst signalisiert haben. Fünf Mädchen und Jungen besuchen hier eine Kita.

Im jüngsten Bildungsausschuss kam die Idee, die frühe Schulkindbetreuung flächendeckend anzubieten, nicht überall gut an. Man müsse auch die Kinder im Blick behalten, mahnte Heidi Garling (CDU) an. Dauernder Gruppenwechsel könne die jungen Schüler überfordern. „Die Frühbetreuung tut auch etwas mit den Kindern“, sagte sie. „Was macht es denn mit den Frauen?“, konterte die Grüne Petra Kärgel. „Was macht es mit Müttern, wenn sie nicht mehr arbeiten können?“, hakte sie nach. „Wir wollen familienfreundliche Rahmenbedingungen schaffen.“ Eine vorschulische Betreuung sei nicht belastender als die Situation in gestresster Familie.

SPD-Ausschussmitglied Dennis Lobeck konnte sich noch gut an seine eigene Kindheit erinnern, die sich in vielen unterschiedlichen Gruppen abgespielt habe. „Das fördert die Gemeinschaft“, stellte er fest. „Ich fand das hammergeil, die Zeit hat sich gelohnt, ich seh da kein Problem“, schwärmte er. „Später anfangen heißt auch später aufhören. Es geht um Existenzen“, machte seine Parteikollegin Claudia Wittburg klar.

In einer ersten Befragung meldeten 30 Eltern in der Moorwegschule dringenden Bedarf an. Das habe sich letztlich auf 14 reduziert, erläutert Springer. Dennoch zeigten die Zahlen: Betreuung vor Schulbeginn wird gewünscht. 20 Euro zahlen die Eltern pro Monat für die zusätzliche Stunde. Zudem greift die Sozialstaffelregelung, das hat die Politik durchgesetzt. Zwei Personen sind für die Schulkindbetreuung im Einsatz. Momentan kommen die beiden Kräfte für die Moorwegschüler aus dem Pool der ASS-Betreuer. Sowohl zeitlich als auch von Kosten und Personalstunden her will es die Verwaltung für die beiden anderen Grundschulen analog halten. Die Verwaltungsvorlage soll im Februar, spätestens im März in den Ausschuss gehen. Mit entsprechender politischer Mehrheit könnte das Betreuungsangebot zum neuen Schuljahr greifen.

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