Platzprobleme in der Schule : GHS Wedel plädiert für Abriss des 1968er-Anbaus

Würde der marode Anbau abgerissen werden, fehlen der Schule bis zur Fertigstellung eines Neubaus unter anderem vier Klassenzimmer.
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Würde der marode Anbau abgerissen werden, fehlen der Schule bis zur Fertigstellung eines Neubaus unter anderem vier Klassenzimmer.

Gebrüder-Humboldt-Schule spricht sich für den Abriss und einen anschlißenenden Neubau aus. Rat entscheidet am 11. Juni.

shz.de von
08. Juni 2018, 12:00 Uhr

Wedel | Andreas Herwig-Soroka, Schulleiter der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS), spricht sich vor der Ratssitzung am Montag, 11. Juni, für den Abriss und anschließenden Neubau des sogenannten 68er-Anbaus aus. Die Wedeler Politik entscheidet während der Sitzung über eine Lösung für die Platzprobleme in der GHS. Herwig-Soroka hat eine klare Meinung: „Besser wir rücken jetzt noch einmal zusammen, wenn wir dafür dann eine nachhaltige Lösung haben“.

Es wäre der zweite Bauabschnitt einer Expansion der GHS. Erst im Mai war ein Anbau mit drei neuen Klassenräumen eingeweiht worden. Weitere Maßnahmen sind aber nötig. Die beiden Container, die bereits im Hof stehen, können nicht aufgestockt werden. In diesem Fall müssten Rettungswege für die neu entstandenen Obergeschosse gebaut werden. Für eine solche Stahlkonstruktion ist kaum genug Platz auf dem Hof der Humboldt-Schule.

Drei Optionen

Die Vorlage der Verwaltung stellt den Politikern nun drei Optionen zur Verfügung:

  1. die Entwicklung der Schülerzahlen abwarten
  2. den 68er-Anbau aufstocken
  3. den Anbau abreißen und neu bauen

Herwig-Soroka betont: „Die Schülerzahlen werden nicht sinken“. Abwarten sei also keine Lösung. Die Verwaltung hatte selbst bereits nach einer Prüfung vom Aufstocken abgeraten. Der alte Anbau sei nicht barrierefrei, die Bausubstanz schlecht. Zudem fehlen Rettungswege.

Verwaltung und Schule befürworten daher den Neubau. Doch dessen Fertigstellung könnte zwei Jahre dauern. Was bedeutet dies für die jetzt schon beengten Verhältnisse in der GHS? Bei einem Abriss des 68er-Anbaus verliert die Schule vier Gruppenräume, vier Klassenzimmer sowie die Räume der Schulsozialarbeit. Herwig-Soroka und sein Team müssen kreativ werden. „Wir brauchen vier Container“, so der Schulleiter. Dass alle Räume des Anbaus durch Container ersetzt werden können, sei aus Kostengründen für die Stadt nicht darstellbar. Die Schule könnte einen Kunstraum in einen Klassenraum umwandeln. Dadurch würde ein Raum frei werden – entweder für die Schulsozialarbeit oder für das Projekt „Oase“, in dem Schüler mit Förderbedarf unterstützt werden. Ein weiteres Ausweichquartier für diese beiden Einrichtungen wäre der Mensa-/Oberstufentrakt. „Wir prüfen auch, ob wir Schulsozialarbeit oder ‚Oase‘ zeitweise in Kellerräumen unterbringen könnten“, so Herwig-Soroka.

Verzicht auf zwei Gruppenräume

Diese möglichen Maßnahmen würden bedeuteten, dass der aufgelöste Informatikraum weiter ein Klassenraum bleibt und die DAZ-Klasse in ihrem Gruppenraum weiterhin in ihrer Größe eingeschränkt wäre. Auf zwei Gruppenräume, die derzeit im 68er-Anbau zu finden sind, müsste die Schule während des Neubaus verzichten.

Die Neubau-Lösung haben GHS und Stadtverwaltung gemeinsam entwickelt. Herwig-Soroka lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt: „Es ist ein guter Austausch.“ Das letzte Wort haben jetzt die Politiker der Rolandstadt. Die Ratssitzung beginnt am 11. Juni um 19 Uhr im Ratssaal, Rathausplatz 3-5.

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