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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. November 2017 | 19:48 Uhr

GHS-Abschluss: 60 Schüler bleiben

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Entlassungsfeiern am RosengartenDer weitaus größte Teil der Jugendlichen geht den Weg bis zum Ende der Oberstufe

shz.de von
erstellt am 08.Jul.2017 | 16:00 Uhr

„Und was machst Du jetzt nach Deinem Abschluss?“ Das war am Mittwochabend die am häufigsten gestellte Frage rund um die Aula der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS). Und die meisten Zehntklässler beantworteten diese gleich: Weiter zur Schule gehen. Insgesamt 60 Schüler werden weiter die GHS besuchen und versuchen, ihr Abitur zu erlangen. 25 Schüler verließen am Mittwoch die Schule mit dem Mittleren Schulabschluss und acht mit dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss.

„Viele haben ihre Prognosen übertroffen“, freute sich Schulleiter Andreas Herwig in seiner Abschlussrede. Ob nun eine Berufsausbildung oder eine weitere schulische Ausbildung folge, müssten die Schüler für sich entscheiden. „Das ist beides gleichwertig und beide Wege werden euch weiter bilden“, so Herwig. Dabei hoffte er, dass den Schülern in ihrer Schulzeit nicht nur vermittelt wurde, was für den zukünftigen Beruf notwendig ist. „Ich hoffe, ihr habt auch zukünftig immer etwas zu sagen, beizutragen und sowohl kritisch als auch konstruktiv anzumerken, wenn es notwendig ist.“ Jeder Schüler habe seinen angestrebten Abschluss erreicht – manchmal auch wegen oder dank der Hilfe der Eltern, an die sich Herwig gesondert wendete: „Ihnen wird der eine oder andere Aufsatz, Mathematikaufgabe oder die Projektarbeit noch in den Knochen stecken. Einige waren teilweise vor den Prüfungen sicherlich auch aufgeregter als die Schüler“, bilanzierte Herwig.

„Heute ist ein großer Tag für Euch. Ein Meilenstein auf dem Weg zum Erwachsenwerden“, sagte Bürgermeister Niels Schmidt. Allerdings sei die Zeit des Lernens mit dem Schulabschluss nicht vorbei, sondern fange erst richtig an. „In vielen Lebenssituationen liegt es nicht nur am Können, auch wenn das nicht schadet, sondern auch am Wollen“, gab Schmidt den GHS-Schülern mit auf den Weg.

„Abschlussfeier klingt immer nach einem Ende, aber ein Schulabschluss ist auch ein Aufbruch zu neuen Ufern“, betonte die Schulelternbeiratsvorsitzende Antje Hellmann-Kistler. Erwachsenwerden bedeute, zukünftig Verantwortung für sich selbst, aber auch für andere zu übernehmen. „Es ist immer leicht, andere für eigenes Scheitern verantwortlich zu machen. Andere kann man nicht ändern, an sich selbst kann man aber immer arbeiten, auch wenn es anstrengend ist“, sagt Hellmann-Kistler und gab den Absolventen mit auf den Weg: „Man ist nicht Opfer, sondern Täter seines Lebens. Jeder einzelne kann entscheiden, ob er sich den Widrigkeiten des Lebens ergeben oder sein Leben selbst gestalten will.“

Die 50 Abiturienten der GHS hatten lange genug Zeit gehabt, um mitzuerleben, dass es in der Mensa der GHS schnell warm wird, wenn die Sonne scheint. Als sie sich Donnerstagabend zur feierlichen Verabschiedung aus der Schulzeit versammelten, waren deshalb Shorts, kurze Ärmel und schulterfreie Oberteile kein ungewöhnlicher Anblick. Einige lange Kleider sowie dunkle Anzüge zu weißem Hemd und Fliege setzten dem festliche Akzente entgegen.

Ähnlich unterschiedlich fielen die Ansprachen aus. Nachdenklich mit einem Schuss Ironie die Abschiedsrede von Oberstufenleiter Kai Nerger, optimistischer Pathos in den Worten von Emil Ohle, der für die Abiturienten ans Mikrofon ging, kurz und knackig die Grußworte von Britta Wien-Hansen als Vorsitzende des Schulelternbeirats und Ralf Waßmann als Abgesandter der Stadt.

Herwig blieb erstmal stumm, denn der Rauchmelder fiel ihm mit lautem Alarm ins Wort. Es brannte aber nirgends, irgendjemandem gelang es schließlich, das störende Geräusch abzuschalten. Dann konnte der Schulleiter erfreut feststellen: „Wie ihr gehört habt, ist die Schule alarmgesichert.“

Glücklich war Herwig auch über die Abschlussergebnisse der Abiturienten: Durchschnittsnote 2,53. Und achtmal gab es eine eins vor dem Komma. Dann aber nahm er sich den „ABI“-Slogan des Jahrgangs vor, „Associated with being intelligent“. Leute, die sich für besonders intelligent halten, können recht unsympathisch sein, warnte er die jungen Leute. Zur erreichten Kompetenz müsse sich die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für die Mitmenschen und die Gesellschaft insgesamt gesellen. Zudem sollten sie sich für ihre ehrgeizigen Ziele nie verbiegen, denn nur wer authentisch bleibt, könne weise und glücklich werden.

Dem Thema des Erreichbaren nahm sich auch der Oberstufenleiter an. „Wir haben uns eingebildet, dass wir wichtig sind, dass wir entscheiden, bauen, schaffen, tun, anhäufen, verändern, haben, wissen, denken, besitzen, aber eigentlich passieren wir nur“, zitierte er den kroatischen Schriftsteller Edo Popovic. Doch Nerger schloss eine Hoffnung an: „Manchmal halten wir inne, tun etwas, sagen etwas – und dann gehen wir durch ein Tor, verschwinden“. „Feiert das Leben“, gab er den Abiturienten als letzten Ratschlag mit auf den Weg.

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