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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. August 2017 | 01:24 Uhr

Haseldorf : Geselligkeit auf plattdeutsche Art

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Seit 2005 treffen sich die Plattsnacker ut Haseldorf, um sich Geschichten in Mundart zu erzählen.

Haseldorf | Vertraut miteinander, verwurzelt in der plattdeutschen Sprache und verbunden durch viele alte und neue Geschichten rund um Haseldorf sitzen 14 Plattsnacker gemütlich zusammen an einem langen Tisch im Tagungsraum der Feuerwache Haseldorf. Bevor plattdüütsche Geschichten vorgelesen oder erzählt, Wörter und Begriffe erklärt oder übersetzt werden, stärken sich die engagierten Dorfbewohner erst einmal mit leckerem Kuchen, der meist von Karin Bark gebacken wird. Dazu gibt es eine schöne Tasse Kaffee – und dann kann es losgehen.

Einige Teilnehmer haben plattdeutsche Literatur mitgebracht und freuen sich schon darauf, die oft amüsanten, manchmal auch traurig-tragischen Geschichten vorzulesen. Die Initiatorin der Gruppe der Plattsnacker ut Haseldörp, Lieselotte Tumforde, hatte beim jüngsten Treffen zum Beispiel die Geschichte „De düre Angeltour“ von Kloos Hinnerk mit im Gepäck. Sehr wortreich und überaus komisch wird dort von Hein und Peter aus der Marsch erzählt, die mit ihrem Boot auf „Pellertour“ gehen.

Gemeint ist damit die spezielle Methode, mit Lot, Blei und Regenwürmern Aale aus der Elbe zu angeln. Da aber Petri den beiden Ollen an diesem Tag nicht gewogen ist, wird ordentlich „Bärenfang“ gepichelt. Bald sind die Männer so angetütert, dass sie es vorziehen, sich in der Kajüte aufs Ohr zu legen. Der viele Alkohol war für Peter jedoch nicht wirklich bekömmlich – und Neptun bekam schließlich den gesamten Schnaps ausgespien wieder zurück – inklusive des Gebisses des Schluckspechts. Am nächsten Morgen suchen Hein und Peter bei Ebbe mit den Füßen im moddrigen Elbschlick nach der Prothese. Leider vergeblich. Sie bleibt verloren. Der befürchtete Ärger allerdings mit Ehefrau Elisabeth ob der völlig in die Binsen gegangenen Angeltour mit so teuren Folgen blieb dann aber zum Glück aus. Schließlich kennt sie ja ihre Pappenheimer.

Die niederdeutschen Geschichten selber sind zum Teil schon sehr alt und so manches Mal vielleicht nicht unbedingt tiefschürfend. Aber der Charme der plattdüütschen Sprache und die Alltagskomik machen sie einfach „liebens- und hörenswert“, da sind sich die Plattsnacker aus Haseldorf alle einig.

Seit Januar 2005 besteht die Gruppe, die dem DRK-Ortsverein Haseldorf angeschlossen ist. Ihre regen Mitglieder würden sich sehr über jungen Zuwachs, neue „Zugereiste“ oder auch über Interessierte freuen, die nur zuhören und noch nicht so recht sprechen wollen. Jeder sei bei ihnen willkommen und werde freundlich aufgenommen, versichern sie.

Jeden dritten Mittwoch im Monat – also auch heute – treffen sich De Plattsnacker von 15 bis 17 Uhr in der Haseldorfer Feuerwache, Hauptstraße 24. Darüber hinaus stehen als gemeinsame Aktionen einmal im Jahr ein Ausflug an sowie der Besuch von „Eeten un Theoter“ mit der Elmshorner Speeldeel im Haselauer Landhaus. Infos gibt Lieselotte Tumforde unter 04129-433.
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erstellt am 19.Aug.2014 | 14:00 Uhr

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