Geschichten mit Bezug zum Kreis

Martin Musiol (links) und Sönke Knickrehm rezitierten aus den Anthologien „Geschichten aus dem Keks“ und „Pinneberg Wortreich umkreist“.
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Martin Musiol (links) und Sönke Knickrehm rezitierten aus den Anthologien „Geschichten aus dem Keks“ und „Pinneberg Wortreich umkreist“.

Galerie Cavissamba zeigt bis zum 29. Juli Objekte und Schmuckunikate von Karen und Sönke Knickrehm / Lesung begeistert Zuschauer

shz.de von
20. Juli 2018, 16:00 Uhr

Die Galerie Cavissamba an der Haseldorfer Chaussee 45 in Haselau entwickelt sich immer mehr zu einem umfassenden und spannenden Treffpunkt für ganz unterschiedliche Künstler aus dem Kreis Pinneberg. Jüngst waren die vielseitigen Autoren Sönke Knickrehm und Martin Musiol bei der Galeristin und Fotografin Leni Rieke zu Gast. Sie hatten die Anthologie, eine Sammlung ausgewählter und themenbezogener literarischer Werke, mit dem Titel „Pinneberg wortreich umkreist“ mitgebracht und rezitierten daraus Texte von verschiedenen Autoren.

Das Buch war im Zuge der Feiern zum 250-jährigen Bestehen der Pinneberger Drostei entstanden. Auch der Kreiskulturverband mit seiner Vorsitzenden Elke Ferro-Goldstein hatte mit der Idee einer Sammlung von Kurzgeschichten einen Beitrag zum Fest geliefert. Musiol und Knickrehm gehören dem Vorstand des Verbands an und haben so an der Entstehung des einzigartigen Buches mit facettenreicher Prosa – von Profis und Freizeitautoren – mitgewirkt. Bedingungen für die Schriftsteller waren der thematische Bezug zum Kreis Pinneberg, nur Prosa, also keine durch Reim, Vers oder Rhythmik gebundene Form der Sprache, und eine Maximallänge von 2000 Wörtern. Von den mehr als 60 Einsendungen schafften es am Ende 43 Geschichten in den Band, die zuvor anonymisiert von einer Jury unter der Leitung des Autors Joachim Frank ausgewählt worden waren.

Musiol und Knickrehm betonten noch einmal, dass die Schriftsteller anonym bewertet worden seien, denn auch einige Geschichten der beiden Autoren finden sich in dem Buch wieder. So las Musiol seine eigene Prosa mit dem Titel „Zum Absaufen“ vor. Mit dem ihm typischen Blick für kleinste Details von Menschen und ihrer Umgebung schildert er das ganz normale Handy-Elend in der S-Bahn. Mit bildreichen Worten und knappen Sätzen beschreibt er die Ohnmacht, der jeder Fahrgast durch das nervige Geplapper von Headset-telefonierenden Menschen ausgeliefert ist. Auch eine Geschichte von Frank mit dem Titel „Schatten über dem See“ rezitierte Musiol. Das überraschende Ende der anfänglich so romantischen Erzählung wurde im Anschluss mit den Gästen kontrovers diskutiert.

Im Wechsel las Knickrehm die eigene Geschichte mit dem Titel „Bei Cloppi“ vor. Hier warten eine ältliche Mutter und ihre Tochter an der Kasse und offenbaren dabei im Zickenkrieg ihr gestörtes Verhältnis. Der Autor zeigt dabei die Kunst, seine Beobachtungen von Menschen und ihrem Verhalten so in Worte zu fassen, dass unmittelbar Bilder im Kopf der Leser entstehen. Auch eine ganz bezaubernde Erzählung von seiner Tochter Daphne präsentierte Knickrehm.


Überraschende Lesung „Tanz in Heist“

Musiol las zusätzlich aus der Anthologie „Geschichten aus dem Keks“ seine sehr berührende Prosa vor, in der er die Problematik einiger Jugendlicher im Umgang mit verklausulierten Texten beschreibt. Am Ende des unterhaltsamen Abends, mit belegten Broten in der Pause, trug überraschend Autorin Brigitte Brennecke ihre amüsante Geschichte „Tanz in Heist“ vor.

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Cavissamba mit Objekten und Skulpturen von Sönke Knickrehm, Schmuckunikaten von Karen Knickrehm und Papierobjekten von Inken Geertz ist noch bis Sonntag, 29. Juli kostenlos zu sehen. Geöffnet ist freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr.

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