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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. Oktober 2017 | 17:48 Uhr

Moorrege : Gerd Richert glänzt als Großknecht

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Theaterurgestein spielt im Dreiakter „Verdreihte Verwandtschaft“ in Moorrege. Elmshorner Speeldeel startet in die Herbstsaison.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 14:00 Uhr

Moorrege | Am Ende des Lustspiels über „dree Törns“ waren alle acht Personen auf der Bühne miteinander verwandt. Bis es aber zu dieser ganz erstaunlichen Konstellation kommen konnte, wurde das Publikum bestens von dem Ensemble der „Elmshorner Speeldeel“ unterhalten. In der fast ausverkauften Aula im Schulzentrum Moorrege am Himmelsbarg wurde die Theatertruppe mit dem neuen Stück „Verdreihte Verwandtschaft“ unter der Regie von Peter Schreiber am Sonntagabend von den Gästen beklatscht und bejubelt.

Die Premiere des Dreiakters von Erhard Asmus (1907-78) hatte bereits tags zuvor in Neuendorf stattgefunden. In der Moorreger Halle wurden die Gäste vom Vorsitzenden des DRK, Joachim Batschko, zu einem Geburtstag und zugleich einem Abschied begrüßt. Der Haselauer Entertainer Gerd Richert feiert mit der von ihm gewünschten „verdreihten Verwandtschaft“ sein 50-jähriges Bühnen-Jubiläum und verabschiedet sich damit von den großen Rollen.

Rechtzeitig von der Bühne abtreten

„Ich möchte nicht so lange warten, bis mein Publikum eher nur noch mitleidig zuschaut und denkt, ich hätte doch lieber rechtzeitig aufhören sollen“, sagte Richert. Darüber brauchte sich das Theaterurgestein an diesem Abend allerdings gar keine Sorgen zu machen. Das Publikum liebt den Vollblutschauspieler und teilt mit ihm seine große Leidenschaft für die plattdeutsche Sprache. Die verbindet auch all die bekannten Akteure der Speeldeel miteinander, welche in einem Bühnenbild von Bruno Gradtke mit großer Spielfreude die Geschichte vom „Buer vun Steenhoff“ – mit all seinen Facetten überzeugend von Udo Pump dargestellt – erzählen. Jörn Stehn, der nach dem Krieg als einziger Überlebender der Familie den Hof wider Willen übernommen hat, lebt hier mit Grootknecht Jochen Bruusbert – von umwerfend komisch bis nachdenklich traurig von Gerd Richert gespielt –, Grootdeern Trin Puck (Maren Lötje, wieder ganz authentisch) und Lüttdeern Friedel. Susanne Jung spielt Lüttdeen sehr emotional, erst knabenhaft mit Cappi, dann schick in Rock und Bluse.

Jörn wirtschaftet den Hof herunter. Er fühlt sich nicht zum Bauern berufen. Er verlobt sich mit der von Krisen geschüttelten Städterin Lore, witzig überzogen von Birgit Kaschke dargestellt, die aber schnell das Feld wieder räumt. Ein Spekulant taucht auf, ernst bis geradezu anrührend mit Günter Hachmann besetzt. Er ist der verloren geglaubte Vater von Friedel. Sie und Jörn haben ihre Liebe entdeckt und alles wird gut. Viel Applaus gab es auch für Berna Stüwe als Postbotin Jule Snackfatt und Christian Hinsch als Jungbauer Harm Klausen. Toseggersch – also Souffleuse – war Susanne Fleischer.

Die Bauernkomödie lebte sehr von der fast familiären, witzigen Interaktion zwischen Schauspielern und Publikum. Immer wieder gingen mitfühlende „Aahs“ und „Oohs“ durch die Zuschauerreihen.

Mittwoch, 5. November, 20 Uhr, Uetersen, Gaststätte Zur Erholung; Sonntag, 9. November, 16 Uhr, Tornesch-Ahrenlohe, Kröger’s Gasthof; Freitag, 14. November, 20 Uhr, Wedel, Ernst-Barlach Gemeinschaftsschule; Sonntag, 16. November, 16 Uhr, Heist, Lindenhof; Sonntag, 23. November, 16 Uhr, Elmshorn, Stadttheater; Mittwoch, 26. November, 16 und 20 Uhr, Elmshorn, Stadttheater; Freitag, 28. November, 19.30 Uhr, Haseldorf, Haseldorfer Hof; Sonnabend, 20. Dezember, 15.30 und 19.30 Uhr, Appen, Bürgerhaus; Freitag, 26. Dezember, 16 und 20 Uhr, Elmshorn, Theater.


 

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