Gemeinschaftsschule: Neubau beschlossen

Am Vorstandstisch saßen Johann Baumgarten (von links, FWM), der neue Schulverbandsvorsteher Oliver Ringel (CDU), Daniel Kullig (BfH), Amtsdirektor Rainer Jürgensen und Jens Neumann vom Amt GuMS.
Am Vorstandstisch saßen Johann Baumgarten (von links, FWM), der neue Schulverbandsvorsteher Oliver Ringel (CDU), Daniel Kullig (BfH), Amtsdirektor Rainer Jürgensen und Jens Neumann vom Amt GuMS.

Schulverbandsversammlung fällt Grundsatzbeschluss / Warten auf Appen

shz.de von
06. Dezember 2018, 16:00 Uhr

Aufatmen in der Gemeinschaftsschule Moorrege (Gemsmo). Es wird einen Neubau geben. Darauf einigte sich die Versammlung des Schulverbands. Nach jahrelangem Hin und Her kam dieser Beschluss selbst für die Ausschussmitglieder als Überraschung, angestoßen durch den Holmer Bürgermeister Uwe Hüttner (CDU). Denn als die Diskussion auch diesmal wieder in ein endloses Gerede abzugleiten drohte, verlangte er eine Sondersitzung im Januar mit der Beschlussfassung Neubau oder Sanierung als einzigem Thema. „Aber das steht doch heute schon auf der Tagesordnung“, bemerkten einige Bürgermeister plötzlich. Und dann ging es ziemlich schnell, noch dazu einstimmig. „Ja“ für den Neubau. Der Tagesordnungspunkt 9.3 „Grundsatzentscheidung“ war abgehakt.

In trockenen Tüchern ist der Plan freilich noch lange nicht, denn die Übereinstimmung betraf nur den Grundsatz. Wird das neue Schulgebäude größer oder kleiner als das jetzige? Wie soll das von der Schulleitung anvisierte neue Konzept umgesetzt werden? Müssen dringend notwendige Arbeiten an der Turnhalle nun warten, bis die neue Schule steht? Mit solchen Fragen und weiteren Stolpersteinen können die Gegner des Neubaus den Fortschritt noch torpedieren, aber ein Anfang ist gemacht. „Das jahrelange Gesabbel hört hoffentlich auf“, freute sich der Haseldorfer Uwe Schölermann (CDU). „Das ging mir schon auf den Sack“, sekundierte der Heistmer Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU).


Bau einer kleineren Schule ist möglich

Ein Knackpunkt ist offensichtlich das Zögern der Gemeinde Appen, dem Schulverband beizutreten. Appen entsendet mehr als 70 Schüler in die Gemeinschaftsschule. Nur aus Uetersen kommen mit 83 noch mehr. Insgesamt sind 201 Kinder in Gemeinden zu Hause, die dem Verband nicht angehören. Aus den Verbandsgemeinden Haselau, Haseldorf, Heist, Holm und Moorrege stammen nur wenig mehr als 250 Schüler. Man könnte sich auf die Kinder aus den angehörigen Gemeinden beschränken und dann mit einer Schulgröße von maximal 300 Schülern auskommen, so die Rechnung einiger Ausschussmitglieder.

Eine gute Lösung wäre das nicht, wandten Georg Plettenberg (CDU) aus Moorrege wie auch Amtsdirektor Rainer Jürgensen ein. Denn obwohl die Gesamtbaukosten geringer wären, würde der Baupreis pro Schüler in die Höhe schnellen. Im nächsten Jahr soll das ausdiskutiert werden. Bis dahin, so hofften einige, könne Appen sich für den Verband entschieden haben.

Eine andere Sorge war, ob es bei der derzeitigen Finanzlage des Landes noch Fördermittel gebe. Die Neubau-Befürworter hielten dem entgegen, die Kosten für Sanierung oder Neubau seien nahezu gleich, nur dass die Sanierung viel weniger Raum für nachhaltige Verbesserungen gebe. Architekt Thomas Butzlaff aus Uetersen wandte ein, das jetzige Schulgebäude sei in den 1970er Jahren für eine Lebensdauer von 80 Jahren angelegt worden. Davon sei erst gut die Hälfte um. So werden zukünftige Sitzungen des Schulverbands wohl noch viel Klärungsbedarf offenlegen, ehe der Schulbau in Moorrege tatsächlich beginnen kann.

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