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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 04:13 Uhr

Heist : Gemeinsam gegen Fluglärm

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mitglieder der Fluglärm-BV und der Geschäftsführer des Heistmer Flugplatzes sind aufeinander zugegangen. Ein Schild ermahnt Piloten.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Heist | Auch wenn die Beteiligten es nicht so hoch hängen mögen: Man kann von einer Zeitenwende im Streit um den Lärm am Heistmer Flugplatz sprechen. Sichtbares Zeichen hierfür ist ein neues Schild am östlichen Rand des Gras-Platzes, das Piloten kurz vor ihrem Start noch einmal daran erinnern soll, nicht die Gemeinde zu überfliegen.

„Wir können sie nicht zwingen, wir können sie nur bitten beziehungsweise es dringend empfehlen“, erklärt Erwin Ilper, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft, der die Aufstellung initiierte. Denn anders als die Fluglotsen in Hamburg-Fuhlsbüttel, dürften die hiesigen Flugleiter, die vom Tower aus das Fluggeschehen koordinieren, keine rechtlich bindenden Anweisungen erteilen. „Nur auf dem Boden haben wir Hausrecht, schon auf der Landebahn haben wir nichts mehr zu sagen“, erklärt er.

Die Heistmer Fluglärmgegner, die sich schon so lange darum bemühen, dass die Piloten die Platzrunde einhalten, sind vom Engagement des Geschäftsführers begeistert. „Unsere Anliegen werden ernst genommen“, freut sich Erwin Aug, Vorsitzender der Bürgervereinigung (BV) gegen Fluglärm Heist und Umgebung. Und lobt den einstigen Kontrahenten: „Wir respektieren uns.“

Noch vor zwei Jahren rief Aug während einer Gemeinderatsitzung dazu auf, sich in großer Zahl über den Krach zu beschweren. Das ist Schnee von gestern. „Seit dem Wechsel in der Geschäftsführung hat sich das Verhältnis bedeutend verbessert“, sagt er. Vor zweieinhalb Jahren löste Ilper den ehemaligen Geschäftsführer Günter Jung ab.

Das neue Schild, das genau dort steht, wo die Flugzeuge vor dem Start für einen Motorcheck noch einmal halten, richtet sich besonders an ortsunkundige Piloten. Doch auch diejenigen, die um die Notwendigkeit der Ortsumgehung eigentlich Bescheid wissen sollten, machen Ilpert Sorgen: die Fluglehrer mit ihren Flugschülern. Regelmäßig würden sie bei Missachtung von den Flugleitern in den Tower zitiert: „Dann erklären wir es ihnen mit Nachdruck“ , versichert er. Ilpert hat großes Verständnis für die Anliegen der BV. „Wenn ich könnte, würde ich den Fluglärm zu 100 Prozent unterbinden“, bekennt er.

Die neue Einigkeit zwischen Fluglärmgegnern und Flugplatzverwaltung zeigt sich auch im gegenseitigen Austausch. Der wird in regelmäßigen Treffen gepflegt. „Das Wichtigste ist doch, dass wir im Dialog sind“, betont die stellvertretende BV-Vorsitzende Ute Naths. Genauso wichtig ist allerdings das Ziel, das beide Parteien verfolgen. Subjektiv habe er das Gefühl, dass das Schild bereits Wirkung zeigt, sagt Ilpert. Das finden die Lärmgegner auch.

Eigentümer des Geländes ist der Bund, weil der  Flugplatz früher als Militärflughafen diente. Der jetziger Betreiber, die Flugplatz Uetersen/Heist GmbH, wurde 1973 gegründet. Gesellschafter sind vier Vereine aus der Segelflug- und Motorflug-Sparte: Aero Club Pinneberg, Hamburger Luftsport, Luftsportverein Pinneberg und Segelflug-Club Uetersen. www.edhe.de
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