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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. September 2017 | 19:09 Uhr

Gemeinsam Flüchtlinge integrieren

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Rissen Zwischenstand zum Thema Flüchtlingsunterkünfte / 2000 Asylsuchende: Was kommt auf den 15 000-Einwohner-Stadtteil zu

Bürger-Dialog heißt das Zauberwort, mit dem Altona seine Einwohner ins Thema Flüchtlingsunterbringung einbinden will. In Rissen soll die größte von vier Sammelunterkünften entstehen. Von ursprünglich 800 neuen Wohneinheiten, die hinterm Asklepios Westklinikum entstehen sollten, sind nach Protesten jetzt noch 400 für Geflüchtete geplant sowie 200 für „anderweitige Nutzungen“. Meint: bezahlbare Wohnungen für Nicht-Geflüchtete mit kleinem Einkommen.

In bisher vier Veranstaltungen zum „Quartier Rissen  /  Suurheid“ – so der neue Name des alten Bebauungsplans 45 – bearbeiteten Bezirksamtsmitarbeiter zusammen mit engagierten Bürgern die Frage, wie ein Zusammenleben mit Flüchtlingen in Rissen funktionieren kann. Jetzt wurde Zwischenstand der Ergebnisse gegeben.


Aufgestockt: Es wird vier Geschosse geben


Die Grundstruktur des Entwurfs werde beibehalten, erklärte Baudezernent Johannes Gerdelmann etwa 120 anwesenden Rissenern die wichtigste Entscheidung. Allerdings würden die Geschosse erhöht und die Wohnungszuschnitte verkleinert, um auf die avisierte Anzahl zu kommen. Das Grundstück der ehemaligen Schwesternheime unmittelbar hinterm Krankenhaus orientiert sich nah an den Vorgaben des Bebauungsplans, deswegen könne es schnell in die Realisierung gehen. Hinsichtlich des zweiten Grundstücks werde noch verhandelt. Hier könnten unterschiedliche Haustypen entstehen, beispielsweise Reihenhäuser. Gerdelmann betonte aber auch, dass es Häuser mit vier Geschossen geben werde. Beim Bau solle es keine Qualitätsabstriche geben, so der Baudezernent.

Der Verkehr des Krankenhauses fließt nach Osten ab. Zu einer zusätzlichen Belastung kommt es Richtung Westen. Ein Gutachten spricht bei 600 belegten Wohnungen von 100 zusätzlichen Fahrzeugen pro Stunde. In anderen Stadtteilen sei das daraus resultierende Gesamtverkehrsaufkommen Grundbelastung, so die gutachterliche Einschätzung, subjektiv entstehe eine Mehrbelastung. Die östliche Zubringerstraße Sieversstücken führt über S-Bahn-Gleise. Ob hier eine Brücke oder eine synchronisierte Schrankenanlage den Verkehr regelt, werde diskutiert, so Gerdelmann. Die Schranke werde präferiert, eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen.

Sozialdezernentin Imogen Buchholz berichtete von Ergebnissen aus ihrer Dialoggruppe „Wege zur Integration“. Dort standen die Themen Gesundheit sowie Kita und Schule im Fokus. Reichen bei 2000 Flüchtlingen und 500 Bewohnern die vorhandenen ärztlichen Kapazitäten aus, lautete eine zentrale Frage. Wegen einer Unterversorgung bei Kinderärzten und Hebammen wolle man Kontakt zur Hamburger kassenärztlichen Vereinigung aufnehmen, so Buchholz. Zudem plane das Gesundheitsamt für niedergelassene Ärzte eine Infoveranstaltung über den Umgang mit Flüchtlingen.


Genügend Plätze für Grundschüler


Die Schulbehörde passe die Planung an, war die Antwort der Sozialdezernentin auf die Frage nach der Versorgung mit Kita- und Schulplätzen. 60 Prozent der Flüchtlinge seien Familien, 40 Prozent Alleinstehende, referierte Buchholz, 15 Prozent Kita-kinder sowie 15 Prozent Schulkinder. Macht jeweils 300 Jungen und Mädchen, die in vorschulische beziehungsweise schulische Betreuung aufgenommen werden müssen. Für Grundschüler stünden in Rissen laut Schulbehörde ausreichend Plätze zur Verfügung, so Buchholz. Bei einem zumutbaren Schulweg von 45 Minuten könnten auch die Jugendlichen, die weiterführende Schulen besuchen, versorgt werden. Bezüglich Kita hätten alle umliegenden Träger bekundet, ein bis zwei Flüchtlingskinder pro Gruppe aufnehmen zu wollen.

Für eine gelingende Integration sollte zudem das Rissener Jugendzentrum, gegenüber dem Baugebiet auf der anderen Canyon-Seite gelegen, unterstützt werden. Zudem sei ein Mutter-Kind-Treff, eine Hausaufgabenhilfe und eine Fahrradwerkstatt geplant.  


  

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