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Wedel-Schulauer Tageblatt

14. Dezember 2017 | 08:08 Uhr

Heist : Geheimer Wahlmarathon der Wehr

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Helmut Ossenbrüggen wurde einstimmig als Wehrführer im Amt bestätigt, seine neuer Vize Ludewigs erhält 36 Ja-Stimmen.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Heist ist es in diesem Jahr wie in einem Taubenschlag zugegangen. Neun Posten mussten die 45 Mitglieder neu besetzen – und zwar in geheimer Wahl. Um die Abstimmung nach allen Regeln der Kunst durchzuführen, waren zwei gemeindeeigene Wahlurnen im Einsatz.

Das Ergebnis: ein Wahlmarathon mit viel Bewegung. Nacheinander wurden im Versammlungssaal des Gerätehauses in jedem Wahlgang paarweise Feuerwehrleute aufgerufen, um im Flur geheim ihre Stimme für die konkurrenzlosen Kandidaten abgeben zu können – eineinhalb Stunden lang ein Kommen und Gehen. Von Zeit zu Zeit gebot ein mahnend durchdringender Ruf den Saal: leiser plaudern, damit jeder seinen Aufruf hört und das Wählen nicht stockt.

Einstimmig wiedergewählt wurde Wehrführer Helmut Ossenbrüggen. Gerührt und überrascht nahm er die Wahl an: „Ich habe in den zwölf Jahren auch einigen auf die Füße getreten“, sagte der Wehrführer. Mit 36 Stimmen wurde Gruppenführer Kai Ludewigs neuer Vize-Chef. Der bisherige Amtsinhaber Hartmut Glashoff war nach zwölf Jahren im Amt nicht wieder angetreten. „Du warst immer der ruhende Pol von uns beiden. Ich werde dich ein bisschen vermissen“, sagte Ossenbrüggen zu Glashoff.

Neuer Jugendwart wurde Kay Lohse. Der Jugend-Ausbilder folgt auf Ernst-Niko Koberg, der sich auf sein Amt als Kreisjugendwart konzentrieren wird. Knut Plehn und Rainer Witthohn wurden als stellvertretender Jugendwart und Kassenwart wiedergewählt. Als Gruppenführer der „Gruppe 1“ ersetzt Florian Harder Ludewigs. Thorsten Möller bleibt Stellvertreter.

Nach zwölf Jahren trat Henning Ossenbrügen nicht wieder als Chef der „Gruppe 3“ an. Sein Nachfolger wurde Stellvertreter Arne Zorn. Als neuer zweiter Mann wurde Vieth Rene Both gewählt.

Aus der Jugendfeuerwehr sind Lukas Hackert und Henrik Groth übernommen worden. Tim Behnke absolviert als „Quereinsteiger“ nun sein Anwärterjahr. Das traditionelle Osterfeuer, das im vergangenen Jahr aufgrund der Wetterverhältnisse zu einem später datierten „Frühlingsfeuer“ wurde, fällt in diesem Jahr ganz weg. „Wir sind wohl etwas osterfeuermüde“, sagte Ossenbrüggen. Alle zwei Jahre werde es künftig vielleicht veranstaltet.

Mit 24 Einsätzen zur Hilfeleistung (2011: 17, 2012: zehn) sind diese wie im ganzen Land auf dem Vormarsch, so Ossenbrüggen. Kritikwürdig fand der Wehrführer die Dienstbeteiligung: 2013 habe sie lediglich bei 74 Prozent gelegen, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Ossenbrüggen: „Es sind einzelne Kameraden, die durch unentschuldigtes Fehlen den Schnitt erheblich senken.“

Neben Standardeinsätzen seien auch zwei „sehr anstrengende und belastende“ dabei gewesen: Beim Großfeuer am Neujahrsmorgen, bei dem 100 Einsatzkräfte aus der ganzen Region beteiligt waren und das drei Familien im „Großen Ring“ ihr Obdach kostete, waren die Heistmer zehn Stunden im Einsatz. Psychisch belastend war die Bergung von den zwei Toten beim Flugzeugabsturz im Heistmer Wald. Die Wehr nahm danach die Unterstützung durch zwei Mitarbeiter des SBE-Teams (Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen) in Anspruch. Die sei gut angenommen worden, so Ossenbrüggen, und auch in Zukunft eine Option.

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