Gegensätze von wild und reduziert

Malerin Ute Farr aus Hetlingen vor ihrem dynamisch mystischen Bild mit dem Titel „Autumn arrives“.
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Malerin Ute Farr aus Hetlingen vor ihrem dynamisch mystischen Bild mit dem Titel „Autumn arrives“.

Neue Ausstellung in der Galerie Cavissamba

shz.de von
11. September 2018, 16:00 Uhr

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie „Cavissamba“ an der Haseldorfer Chaussee 45 in Haselau überrascht mit spannenden Gegensätzen. Die beiden Künstler Ute Farr aus Hetlingen und Frank Boje Schulz aus Tangstedt zeigen Bilder, die kaum konträrer sein könnten.

Die Gemälde von Farr strotzen nur so vor Dynamik, Farben und Fantasie. So durchpflügt ein Schiff unter vollen Segeln die sturmgepeitschte See. Doch sollte der Betrachter bei ihren Bildern schon sehr genau hinsehen. Tatsächlich sind diese Masten und Segel von wirbelnden Blättern umstürmte Bäume in leuchtendem Herbstlaub, die dem realen Bild eines Schiffes oder Waldes so nahe sind, aber doch stark mystisch angehaucht.

Farr zaubert eine breite Palette an Motiven auf ihre Leinwände und bevorzugt dabei große Flächen, Acrylfarbe, Pastell oder Öl. Meist malt sie im Freien bei Wind und Wetter als „Plein-air-Malerin“. Nur bei 15 Grad minus arbeite sie in ihrem gemütlichen Wintergarten in ihrem Haus und Atelier in Hetlingen, erzählt die leidenschaftliche Künstlerin. Die Bilder in der Galerie hat Farr unter den Titel „Fantasie Welten“ gestellt. Für die Betrachter ein reines Vergnügen, in die farbenfrohen Imaginationen Farrs einzutauchen.


Bestechende Akkuratheit

Den anderen Raum der Galerie der Fotografin Leni Rieke prägen die sachlichen, zurückgenommenen und sehr cleanen Bilder von Schulz unter dem schlichten Titel „Grafiken, Collagen und Objekte“. Sie sind nicht weniger dynamisch, aber verlangen eine ganz andere Betrachtungsweise. Hier gibt es kein spontanes Eintauchen in Emotionen und Träumereien, sondern abgezirkelte, klare Linien, Quadrate, Rechtecke und wohltuende Flächen. Selbst bei ganz genauem Hinschauen besticht die Akkuratheit der Bilder in jedem Bleistiftstrich, den glatten Hintergrundflächen und den aufgeklebten Collagen-Teilchen. In stundenlanger Puzzlearbeit setzt Schulz die winzigen Papier-Schnipsel am Ende auf seine ebenso farblich perfekt durchgestylten Bilder. Dabei erlaubt er sich auch schon mal eine kaum wahrnehmbare Hommage an andere Künstler, wie bei seinem Bild „Stillende Offenbarung“ mit dem minimalen Ausschnitt einer Wandskulptur von Donald Judd.

Mit seinem Sinn für den feinen Humor, zeigt Schulz auch Plastiken aus bunten handelsüblichen Putzschwämmen. Bei dem freischaffenden Künstler verblüffen sie als grafische und geradezu elegante Skulpturen. „Grafische Strukturen und Formen sind mein Ding“, sagt Schulz und fügt hinzu, dass er damit gestalten kann und nicht wie beim Malen der Natur nur einen Abklatsch ihrer selbst darstellt.

Die Ausstellung mit den Arbeiten der Künstler Farr und Schulz läuft noch bis Sonntag, 30. September. Die Galerie Cavissamba ist freitags bis sonntags in der Zeit von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.


Rotes Band verbindet die Kunstwerke

Am Freitag, 14. September beginnt um 16 Uhr eine Vernissage unter dem Motto „Kunst unter den Bäumen“ im Rahmen des Kreiskulturwoche mit Arbeiten der Künstler Adelheid Johnke, Sönke Knickrehm, Achim Retzow, Anne Gerlach, Petra Yvonne Muther, Lutz Felgner und Rieke. Ein langes rotes Band wir die Kunstwerke der Benefizveranstaltung miteinander verbinden.
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www.leni-rieke@web.de




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