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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Oktober 2017 | 10:34 Uhr

Gefühlschaos im Rinderstall

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Theaternachmittag 450 Platt-Fans genießen einen glanzvollen Auftritt der Elmshorner Speeldeel und der „Jungen Platten“

Wenn das niederdeutsche Theaterensemble der Elmshorner Speeldeel im Rinderstall des Gutshofs Haseldorf gastiert, sind die Karten meistens schnell vergriffen. So strömten auch jüngst wieder etwa 450 Platt-Fans in das alte Backsteingebäude an der Hauptstraße, um das aktuelle Stück „Se hett’n Dumen op’n Büdel“ zu sehen. Ein Lustspiel „in dree Törns“ aus der Feder von Friedrich Lange, in dem sich alles um die Liebe, Eifersucht sowie die Macht der genauso wohlhabenden wie dominanten Ehefrau Paula (Karin Klawa) dreht.

Und so wähnte sich das Publikum schon von Beginn an in Geschichten, die das Leben schreibt. Denn Witwer Berend Schulte (Bruno Gradtke) hat nicht nur an „sien Paula“, bei welcher er durch den Geschäftsverkauf in finanzielle Abhängigkeit geraten ist und obendrauf gehörig unter dem Pantoffel steht, schwer zu knabbern.

Auch die Einladung vom Hochtiedsbitter Arend Bruns (Herbert Hübsch) bereitet dem Ex-Baumeister Kopfzerbrechen, da ihm hierfür das grüne Licht seiner stets misstrauischen Paula fehlt.


Ein Donnerwetter wie ein Erdbeben


Trotzdem geht Schulte „volles Risiko“, nimmt dennoch an der Feier teil. Und zur jetzt richtig aufgebrachten Paula gesellt sich auch noch Wittfro und Klatschbase Stine Sprickel (Ingrid Wöbcke), die mit Berend einen Kurzen nach dem anderen trinkt und so für noch mehr Ärger sorgt.

Das Chaos scheint endgültig perfekt zu sein, als auch noch die junge Technikerin Inge Kruse (Jutta Ennulat) in das Geschehen eingreift und ein Wiedersehen mit Berend Schultes Sohn Detlef (Reinhard Glantz) feiert, den sie früher schon mal heiraten wollte – was Paula jedoch gerade noch verhinderte. Kein Wunder also, dass das Donnerwetter einem Erdbeben gleicht, als Hausherrin Paula plötzlich von einem Besuch bei ihrer Tochter unerwartet früher heimkehrt und ihre bessere Hälfte, Kruse und auch Bruns, bei einer gemeinsamen Einzugsparty überrascht.

Was aus den Liebenden am Ende wird, ob Berend sich aus den Zwängen seiner dominanten Liebsten befreien kann und Paula auf den Pfad der Tugend zurückkehrt, soll das Geheimnis für all diejenigen bleiben, die sich den Theater-Klassiker noch einmal an anderer Stelle in der Region zu Gemüte führen möchten.

Das Publikum jedenfalls feuerte restlos begeistert eine Lachsalve nach der anderen ab. Und spendete nicht nur nach dem letzten Vorhang für die leidenschaftlich aufspielenden Protagonisten einen ebenso tosenden Applaus wie bereits zuvor für Noah Lüchau und Finn Beutler. Denn: Mit einem lustigen Sketch über den vergessenen Hochtiedsdag rundeten die talentierten „Jungen Platten“ als in die Jahre gekommenes Ehepaar Hannes und Amanda den Nachmittag zusammen mit dem Speeldeel-Ehrenvorsitzenden Gerd Richert ab. Der Haselauer gab ein selbst verfasstes „Liebesgedicht an die Marsch“ zum Besten. „Ich fand es sehr beeindruckend, wie witzig und textsicher die überwiegend älteren Darsteller das Stück spielten“, freute sich Zuschauerin Erika Appel aus Hetlingen über einen rundum gelungenen Theaternachmittag.

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www.speeldeel.de


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