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Wedel : Gefühl und Bach’sche Mathematik in der Immanuelkirche

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Pianist Alexander Krol begeistert mit den „Goldberg-Variationen“ das Publikum in der Immanuelkirche. Flügel statt Cembalo.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 17:00 Uhr

Wedel | Nach gregorianischem Kalender wäre Johann Sebastian Bach am 31. März 330 Jahre alt geworden. Diesen Umstand zum Anlass nehmend begrüßte Kantorin Susanne Krau am Dienstagabend die Zuhörer in der Immanuelkirche, wo die „Goldberg-Variationen“ zur Aufführung kamen.

Als Interpreten hatte sie dafür den in Tornesch lebenden Pianisten Alexander Krol gewinnen können, der das trotz ungemütlichen Wetters zahlreich erschienene Publikum schnell für sich gewann. Nach kurzer Einführung in die interpretatorische Ebene des Werks, in der er auf die Magie der Zahl Drei, die dem Opus innewohnt, hinwies, begann er sein Spiel zunächst mit der einleitenden Aria. In den darauf folgenden 50 Minuten bot der Künstler die 30 variierenden Sätze des Werkes virtuos dar, das als eines der Höhepunkte barocker Musikkunst gilt. Leider fand das Spiel nicht wie vom Komponisten vorgesehen auf einem Cembalo statt. Doch auch der vorhandene Flügel sorgte im Kirchenschiff für Hörgenuss.

Mal kräftig anschlagend, mal die Tasten nur zart berührend bot Krol eine weit mehr als solide Darbietung des Bach’schen Werks, die er an manchen Stellen sogar mitsummend begleitete. Das Publikum dankte es ihm mit uneingeschränkter Aufmerksamkeit und andächtiger Rezeption. Die beruhigende Wirkung der einzelnen Sätze blieb nicht ohne Wirkung. Insgesamt war das Publikum mehr als zufrieden. „Bach gehört einfach in die Kirche“, so das überzeugte Urteil von Besucher Hans-Wolfgang Mühlenbein. „Uns hat es sehr gut gefallen, weil hier Gefühl mit Bach’scher Mathematik gepaart wird“, kommentierte Zuhörerin Brigitte Heim das Konzert, die mit ihrem Mann in die Kirche am Roland gekommen war.

Für den 35-jährigen Krol, der mit klassischer Musik seit Kindesbeinen an vertraut ist, war es nicht die erste Zusammenarbeit mit der Kantorin. Der gebürtige Kirgise fühlt sich nicht nur Wedel sehr verbunden, sondern hat mit Kirchenmusikerin Krau schon mehrfach Konzerte und Musicals eingespielt.

Lang anhaltender Applaus, mit Bravo-Rufen gewürzt, veranlasste den Künstler, das Publikum mit zwei Zugaben zu belohnen. Und mit ihrem Kommentar „Alex, das war wunderbar“, sprach Kirchenbüromitarbeiterin Edith Rachor vielen Zuhörern aus dem Herzen.

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