Gedenken an die Deserteure

Für die Veranstaltung hat Anna Haentjens Songs von Kästner, Brecht, Jürgens und Marlene Dietrich ausgesucht.
Für die Veranstaltung hat Anna Haentjens Songs von Kästner, Brecht, Jürgens und Marlene Dietrich ausgesucht.

Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz singt Anna Haentjens Lieder und liest aus den Aufzeichnungen eines Fahnenflüchtigen

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18. Januar 2019, 16:00 Uhr

Am Jahrestag der Befreiung der überlebenden Menschen im Konzentrationslager Auschwitz wird seit vielen Jahren an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Auch in Wedel oder: gerade in Wedel, wo das KZ Neuengamme eine Außenstelle eingerichtet hatte. Überparteilich und mit vielen tiefen Einsichten, dass auch die Rolandstadt nicht frei von erschreckenden Übergriffen, ideologisch verbrämten Hinrichtungen und Demütigungen war, die sich nie wiederholen dürfen.

Für Sonnabend, 26. Januar, sind diejenigen in der Stadtbücherei um 19 Uhr willkommen, die sich gegen das Unrecht wehren, das Menschen unterschiedlichen Glaubens, anderer Hautfarben, Kulturen, Menschen mit Behinderungen oder sexueller Ausrichtung ausgrenzt. In diesem Jahr geht es vor allen Dingen um Deserteure, die sogenannten Vaterlandsverräter, von denen einer auch aus Wedel kam und dessen Schicksal Schüler der Gebrüder Gebrüder-Humboldt-Schule recherchierten.

Der Abend, den die Künstlerin Anna Haentjens im Auftrag des Arbeitskreises der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Wedel gestaltet, umfasst ein großes und sorgfältig ausgearbeitetes Programm. Haentjens singt nachdenklich stimmende Lieder von Erich Kästner, Bertolt Brecht und Udo Jürgens sowie Chansons von Marlene Dietrich. Zudem liest die Sängerin aus den Texten des ehemaligen Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann „Niemals gegen das Gewissen“ vor. Moderiert wird der Abend von Dr. Achim Juse vom Arbeitskreis gegen Rechtsradikalismus.

Sabine Lüchau von der Amschler-Stiftung, die den Gedenktag in Wedel entscheidend mit unterstützt, spricht das Grußwort. Georg Chodinksi von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregims – Bund der Antifaschisten Hamburg erzählt vom schwierigen Werdegang des Hamburger Deserteur-Denkmals neben dem Heldengedenkstein am Hamburger Dammtorbahnhof, von dem der ehemalige Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz während der Eröffnung 2015 sagte, dass es nicht zu spät, aber beschämend spät komme.

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