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Hafenbaustelle Wedel : Ganz nah dran am Mega-Projekt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Stadt bietet Vor-Ort-Termin an. Quermole: Keine Effektivitäts-Berechnung möglich. Wenig Resonanz auf Betreiber-Ausschreibung.

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erstellt am 24.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Wedel | Auf der einen Seite Kritik, auf der anderen Seite Beifall, irgendwo dazwischen die pure Neugier: Wedels Hafenumbau – ein Mega-Projekt, das weite Teile der Bevölkerung mit großem Interesse verfolgen. Teils mit so großem, dass immer wieder Absperrungen überwunden und Schlösser geknackt werden von Menschen, die sich Zutritt zur Baustelle des Jahrhundert-Projekts verschaffen. Eigenmächtig, illegal und unter beträchtlicher Gefahr. Die Stadt geht daher nun in die Info-Offensive und bietet einen Vor-Ort-Termin an.

Am Donnerstag, 5. Juni, werden Ingenieur Frank Spickermann, zuständig für die Bauaufsicht, und sein Kollege Torsten Jäger erläutern, wie nach knapp einem Jahr der Arbeitsstand ist und wie die Planungen aussehen bis zur prognostizierten Fertigstellung des Beckenumbaus im Herbst 2015. Rund 18 Millionen Euro – nach Kostensteigerungen unter anderem durch Probleme bei der Kampfmittelsondierung – werden bis dahin in die 30-Meter-Verbreiterung und gleichzeitige Verkürzung des Beckens inklusive Neugestaltung des direkten Randbereichs und Bau eines Hafenkopfs geflossen sein. Rund zwei Drittel davon kommt aus Fördertöpfen.

Gleiches gilt für das Gesamtprojekt Hafensanierung, das als Städtebaufördermaßnahme läuft. Wie Bauamtschef Klaus Lieberknecht erläutert, muss daher auch nach Fertigstellung zügig der nächste Bauschritt angegangen werden: die Kasematten. Auch wenn die Haushaltskrise bis dahin noch nicht überwunden ist. Denn die Städtebaufördermittel sind zeitnah abzurufen. Näheres zur Nutzung der Kasematten steht noch nicht fest. Eine Option wäre laut Lieberknecht, dass ein Teil von Isis Fischimbiss belegt wird, der laut Willensbekundung der Stadt wieder einen Platz am Hafen angeboten bekommen soll.

Neben dem kompletten neuen Westufer – aktuell eindrucksvoll im Rohbau zu sehen – entsteht ein Kopfplatz in Form einer großen Pierplatte. Dieses rund ein Meter dicke Betonkonstrukt ruht auf Gründungspfählen, die derzeit gefertigt und ab 7. Juli gerammt werden.

Ebenso komplett neu wird die begehbare Quermole, die auch aktuell gebaut wird. Sie soll dafür sorgen, dass die Boote im Hafen gegen Sog und Schwell geschützt werden und zugleich den Schlickeintrag reduzieren. Bis zu 1,5 Meter wurde bislang pro Jahr in den Hafen gespült. Durch die Konstruktion mit schmalem Durchlass Richtung Hamburg soll dies deutlich reduziert werden – um nicht jährlich, sondern etwa im Zwei-Jahres-Turnus ausbaggern zu müssen. So zumindest die Hoffnung. Denn, so erklärt Lieberknecht: Laut Wasser- und Schifffahrtsamt sei eine Simulation der tatsächlichen Situation in der Elbe nicht möglich. Daher sei nicht gesichert zu sagen, wie viel Eintrag pro Jahr mit der Quermole zu erwarten ist. „Es ist ein Restrisiko dabei“, so Lieberknecht.

Klar ist: Den Hafen auf Tiefe zu halten, soll Sache des künftigen Betreibers sein. Ebenso die Installation der Schlengelanlagen. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Betrieb – bislang mit wenig Resonanz. Es gäbe aber Interessenten, ließ Lieberknecht durchblicken. Sie würden nicht aus der Umgebung kommen. Die Yachthafengemeinschaft, die als ein Favorit gehandelt wurde, ist also bislang nicht dabei.

Anmeldungen zum Info-Termin – Beginn: 16 Uhr – unter 04103-707222.

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