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Wedel-Schulauer Tageblatt

27. Juli 2017 | 04:38 Uhr

FW auf mühsamer Zuwachssuche

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kommunalwahl 2018 Hetlingens Freie Wähler benötigen Bewerber

In die Kommunalwahl von 2013 zog die Freie Wahlgemeinschaft Hetlingen (FW) mit einer 15-köpfigen Mannschaft. Von einer solchen Stärke ist die Gruppe zehn Monate vor dem nächsten Wahltermin weit entfernt. Ein politisches geselliges Beisammensein in der Gaststätte Op de Deel sollte neue Kräfte mobilisieren. Der Erfolg war mäßig. Vier Hetlinger signalisierten ihre Bereitschaft, in die lokale Politik einzusteigen. „Das macht uns ein gutes Stück optimistischer, ein starkes Team für die Wahl bilden zu können“, atmete Michael Rahn dennoch auf. Aber es reiche noch nicht, um der CDU wieder auf Augenhöhe entgegentreten zu können, so das Eingeständnis des Fraktionsvorsitzenden.

Das erste Hindernis auf dem Weg zu neuen Mitstreitern brachte Ines Bitow auf den Punkt: „Ich freue mich, hier so viele bekannte Gesichter zu sehen“, begann die Moderatorin ihre Begrüßung, „aber ich hätte heute so gerne auch neue Gesichter kennengelernt“, so ihr eher kleinlauter Nachsatz. Die aber, die politisch nicht Aktiven, die Rahns Team eigentlich umwerben wollte, waren gar nicht erst erschienen. Dafür waren sechs der ursprünglich zehn Gründungsmitglieder noch immer dabei. Dazu kam ein Geburtstagskind. Hans-Joachim Thomßen wurde an diesem Tag 89 Jahre alt.

Das Problem der FW: Nur fünf aus dem alten Team wollen über die nächsten Wahlen hinaus aktiv bleiben. Alle anderen schrecken davor zurück, sich für die gesamte fünfjährige Wahlperiode festzulegen. So starr sei das System doch gar nicht, wiegelte Rahn ab. Man könne ein Mandat auch niederlegen, wenn berufliche oder private Veränderungen das erforderlich machen. Zudem könne man sich auch ausschließlich in Ausschüssen engagieren. Diese treten in der Regel nur alle drei Monate einmal zusammen, so Rahn.

Bitow brachte immer wieder die Notwendigkeit der Motivation in den Fokus. Wieder und wieder provozierte sie mit der Frage: „Wofür stehen wir denn?“ Aber damit stach sie zugleich in ein Wespennest, denn prompt prallten gegensätzliche Meinungen aufeinander, bissen sich Besucher an zurückliegenden Entscheidungen fest und so glitt die Diskussion gelegentlich in frustrierende Schuldzuweisungen ab. Mal ging es um die Mehrzweckhalle, dann um den Kunstrasenplatz oder mit besonderem Elan um das Vereinslokal Op de Deel, denn das ist dringend sanierungsbedürftig, könnte aber angesichts der desolaten Finanzlage der Gemeinde ebenso gut dem Abriss zum Opfer fallen.

SPD-Mann Dietmar Voswinkel aus Holm, der als politisch interessierter Beobachter teilnahm, kam zu dem Schluss, Freie Wählergemeinschaften täten sich bei der Konsensbildung schwerer als reguläre Parteien, denn es gebe keine übergeordneten Autoritäten, auf die man sich berufen könne: „Die Freien haben nun mal keine Merkel und keinen Gabriel“, so sein Fazit.

Was also tun? Am Ende setzten die Freien Wähler ihre Hoffnung auf eine Folgeveranstaltung, irgendwann im Herbst Bis dahin sollen die Mitglieder auf eigene Faust Mitstreiter anwerben.

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