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Reise durch die wilden Sechziger : Fulminanter Aufritt von Maren Kroymann beim SHMF

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Festival-Intendant Christian Kuhnt, der Kroymann und Co zu ihrem Debüt empfing, war von dem Bootshaus begeistert.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2015 | 13:00 Uhr

Wedel | „Das ist eine super Location, ich finde es toll an Orten zu singen, die nicht dafür gemacht sind. Das ist das erste Mal, dass ich mich für eine Show unter Schiffen umgezogen habe.“ Die Rede ist von Wedels „Schuppen I“, und Sängerin Maren Kroymann muss es wissen, schließlich ist die 66-Jährige schon lange im Showbiz, unter anderem mit eigenen Satiresendungen und in Filmen. Momentan ist sie mit ihrem Programm „In my Sixties“ mit der Jo Roloff Band, ihren „Co-Stars“, unterwegs und gab damit am Sonnabend in Wedel ihren fulminanten Einstand beim Schleswig-Holstein Musik Festival.

Auch Festival-Intendant Christian Kuhnt, der Kroymann und Co zu ihrem Debüt empfing, war von dem Bootshaus begeistert. „Willkommen in der Carnegie Hall des Nordens“, begrüßte er das Publikum auf seinen Plastiksitzen. Kroymann ließ die 1960er Jahre nicht nur musikalisch, sondern auch mit kabarettistischen Anekdoten aus ihrer Jugend aufleben. Ratgeberliteratur bekam dabei genauso ihr Fett weg wie talentfreie amerikanische Girlgroups – „man muss gar nicht drei Oktaven singen, zwei Töne reichen auch“ – oder Graf-Bobby-Witze. Kroymann hatte ihr Programm so geschickt aufgezogen, dass auch diejenigen, die die Swinging Sixties nicht live und in Farbe erlebt haben, herzlich lachen konnten.

Swing, Rock, Schlager und sogar Chanson bestimmten den Abend, vor allem von Kroymanns Idol Dusty Springfield. Kroymann persiflierte mit Tanzeinlagen, Mimik und Gestik gekonnt die Stars der Sechziger. Beeindruckend ihre wandelbare Stimme: Mal Girlgroup-grell, mal voller Dramatik bei Powerballaden, mal tief und rau wie bei Mick Jaggers „It’s all over now“. Ihre Kollegen Johannes Roloff (Klavier, musikalischer Leiter), Jürgen Speedy Schäfer (Bass), Ralf Lehmann (Gitarre) und Immo Philipp Hofmann (Drums) wussten jedoch dafür zu sorgen, dass aus dem Konzert keine One-Woman-Show wurde. Während der Pianist Roloff auf seinem Steinway noch zwei weitere Keyboards geparkt hatte, die er alle gleichzeitig bediente, zog der Gitarrist Lehmann zu tosendem Applaus das volle Jagger-Programm ab: auf einem Bein quer über die Bühne, mit dem Mund spielen oder auf dem Rücken.

Die so gut wie ausverkaufte Halle ließ echte Rockkonzert-Atmosphäre aufkommen, wozu auch das fantastische Lichtdesign in den Schleswig-Holstein-Farben Blau, Weiß und Rot sowie die ausgeklügelte Tontechnik beitrug – „Das war in dieser Bootshalle nicht einfach“, so Kroymann. Bei der Zugabe sang und tanzte das Publikum mit.

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