Hetlingen : Führungswechsel in der Betreuungsklasse

Der neue Vorsitzende Michael Schmüser überreicht seiner Vorgängerin Angelika Kock-Wenzel einen Blumenstrauß.
Der neue Vorsitzende Michael Schmüser überreicht seiner Vorgängerin Angelika Kock-Wenzel einen Blumenstrauß.

„Für mich Eigennutz“: Michael Schmüser löst Angelika Kock-Wenzel als Vorsitzender des Betreuungsverein Hetlingen ab.

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20. November 2013, 16:00 Uhr

Am Anfang stand ein Dilemma: Angelika Kock-Wenzel war als Berufstätige mit zwei kleinen Kindern, die gerade schulpflichtig geworden waren, nach Hetlingen gezogen – und sie kannte noch niemanden, der die Betreuung der Kleinen nach dem Unterricht übernahm. Rasch wurde ihr klar: Mit dem Problem stand sie nicht allein da. Ehe sie sich’s versah, wurde sie so zur Mitbegründerin der Hetlinger Betreuungsklasse. Einige Zeit später übernahm sie den Vorsitz des von Schuleltern getragenen Vereins.

Zehn Jahre lang hatte Kock-Wenzel diese verantwortungsvolle Position inne. Nun aber sei es höchste Zeit für einen Wechsel, begründete die engagierte Mutter ihren Rückzug aus der Vereinsführung. „Meine beiden besuchen längst das Gymnasium, der Älteste bereitet sich gerade auf sein Abitur vor und eigentlich habe ich gar keinen direkten Kontakt mehr zur Grundschule“, machte sie klar.

Die Suche nach einer Ablösung sei nicht einfach gewesen: „Kaum jemand will die Arbeit machen“, musste Kock-Wenzel immer wieder erfahren. In Michael Schmüser fand sie schließlich jemanden, der bereit war, in ihre Fußstapfen zu treten. Die Mitgliederversammlung im Oktober machte die Stabsübergabe offiziell, und jetzt nutzte der Vereinsvorstand seine Novembersitzung, um die langjährige Chefin feierlich zu verabschieden. Es gab Blumen, Sekt und Zweiter Vorsitzender Daniel Kullig zog auch eine Laudatio aus der Tasche.

Der neue Bannerträger Schmüser wehrte Vorschusslorbeeren ab: „Für mich ist das reiner Eigennutz, dass ich hier mitmache“, spielte er sein Engagement herunter. Zwar sei der eigene Sohn jetzt noch im Kindergarten, aber nach der Einschulung im nächsten Jahr werde er die Betreuungsklasse brauchen. Auch über neue Pläne wollte Schmüser noch nicht sprechen. Ein paar Ideen habe er, kündigte er lediglich an.

Der Betreuungsverein Hetlingen hat 25 Mitglieder. Er kümmert sich mit drei Betreuungskräften im „Hetlinger Treff“ und in der Turnhalle um zurzeit 13 Kinder, morgens von 7.30 Uhr an und nach der Schule bis 15 Uhr. Mittagessen wird auch angeboten. Die höchste Zahl, 32 Kinder, wurde im Jahre 2010 erreicht. Es habe aber auch Jahre gegeben, in denen um den Fortbestand der Klasse gebangt worden sei, räumte der Vorstand ein.

Die Unterstützung durch die Gemeinde und das Land Schleswig-Holstein sei sehr verlässlich, aber eine immerwährende Herausforderung sei es, Eltern zu finden, die im Verein mitarbeiten, berichten die Aktiven.

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