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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 14:24 Uhr

Wedel : Führungskrise beim TSV

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ämter des Leiters Finanzen, seines Stellvertreters und des Leiters Öffentlichkeitsarbeit drohen vakant zu bleiben. Vorsitzender hört 2016 auf.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Die Jahreshauptversammlung des Wedeler TSV heute – sie droht einmal mehr zur Krisensitzung zu werden. Wieder das leidige Thema Vorstandsposten, wieder das Problem: Es gibt keine Kandidaten für die so wichtigen Ämter in dem mit gut 3000 Mitgliedern größten Verein der Stadt. Gleich drei Posten dürften nach gestrigem Stand vakant bleiben – darunter der des Leiters für Finanzen.

Noch-Schatzmeister Sven Hannemann hatte bereits im Vorfeld erklärt, er wolle nicht mehr kandidieren. Dicke Luft? Nein, sagte Vereinschef Jürgen Brenker gestern am Tageblatt-Telefon. Hannemann habe als Steuerberater nach der Expansion seiner Firma erklärt, er finde nicht mehr die nötige Zeit für das Ehrenamt. Sehr zum Bedauern seines Vereinschefs: „Er war ein Garant für mich, der mich ruhig schlafen ließ“, so Brenker.

Zur Erinnerung: Hannemann war es, der Brenker 2011 in turbulenten Zeiten beerbte und den Verein finanziell in ruhigere Fahrwasser steuern sollte. Brenker wollte seinerzeit nicht mehr als Finanzenleiter kandidieren, erklärte sich dann jedoch sogar bereit, den Vorsitzendenposten zu übernehmen, weil Anja Schuster ihr Amt niedergelegt hatte. Eine Übergangslösung für ein Jahr, hatte Brenker gehofft und verkündet. Die Suche nach einem Kandidaten für den Chefposten blieb indes erfolglos und Brenker bis heute im Amt. Notgedrungen.

Hannemann selbst erfuhr noch in der denkwürdigen Sitzung wenige Minuten nach seiner Wahl, dass er keine leichte Aufgabe vor sich hatte: Aufgrund von Querelen um die Fußballabteilung sowie fehlender Belege und Kassenberichte verweigerten die Mitglieder dem alten Vorstand die Entlastung. Ein Eklat, der sich in den Folgejahren nicht wiederholen sollte. Rückblickend sagt Brenker: „Wir haben Sven Hannemann viel zu verdanken:“ Umso schmerzlicher sein Rückzug – und das Scheitern bei der Nachfolgersuche.

Kurzfristig gefundener Kandidat abgesprungen

Am vergangenen Wochenende veröffentlichte der TSV einen Brandbrief auf seiner Homepage mit einem Appell an alle Mitglieder, ehrenamtlich eine Führungsfunktion zu übernehmen. „Wir möchten kein Horrorszenario konstruieren“, heißt es wörtlich in dem Aufruf, „aber sollte der Posten des Leiters für Finanzen nicht besetzt werden, droht dem Verein die Installation eines Notvorstandes durch das Amtsgericht. Es wäre schön, wenn wir uns dieser Gefahr gar nicht erst aussetzen würden.“ Laut Brenker sah es zunächst noch so aus, als wäre diese Gefahr gebannt. Gestern Mittag stand jedoch fest, dass ein kurzfristig gefundener Kandidat doch zurückzieht.

Neben dem Finanzen-Leiterposten ist auch für den Stellvertreterposten kein Freiwilliger in Sicht. Und auch das Amt des Leiters für Öffentlichkeitsarbeit dürfte unbesetzt bleiben, wenn nicht noch spontan jemand heute die Hand hebt. Ebenfalls zur Wahl steht der Zweite Vorsitzende. Mit Gerd Jungbludt findet sich auch dort ein Sportler der alten Garde, der bereits vor Jahren sich nur auf inständiges Bitten bereit erklärt hatte, weiterzumachen – weil es keinen anderen gab.

Jungbluth habe erneut noch einmal überzeugt werden können, sagt Brenker – spürbar erleichtert. Denn auch der Vereinschef ist nur noch im Amt, „weil mir der Verein so am Herzen liegt“. Zu sehr sei er mittlerweile persönlich durch die Betreuung seiner Frau gefordert, die schwer an Demenz leide, sagt Brenker. Für ihn steht daher fest: 2016 ist definitiv Schluss. Auch um diese Baustelle müssen sich die Sportler kümmern.

Die Hauptversammlung des Wedeler TSV beginnt heute um 19.30 Uhr im „Highlight“, Bekstraße 22.
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