Frühdienst bleibt für ein weiteres Jahr

Neue Konzeption soll nach Sommerpause vorliegen

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23. März 2019, 16:00 Uhr

Überraschende Wende in Sachen Frühdienst an der Moorwegschule: Zum Rat am Donnerstagabend legten CDU, SPD, FDP, WSI, Linke sowie die beiden fraktionslosen Ratsmitglieder Gabriele Ulm und Dennis Lobeck einen interfraktionellen Antrag vor, wonach sich das Angebot um ein Schuljahr verlängert. Direkt nach der Sommerpause 2019 soll die Verwaltung unter Beteiligung von Schule, Elternvertretung und der Stadt dann eine alternative Konzeption für Frühbetreuung vorlegen, die aufzeigt, „wie der Herausforderung langfristig begegnet werden kann“. Das Ganze inklusive „belastbaren Aussagen zur Finanzierung“.

Der Beschluss für den Antrag fiel einstimmig – trotz eines Alternativ-Antrags der Grünen und teils hitzig geführter Diskussionen auch unter den Antrags-Partnern. Kaum verwunderlich angesichts der Tatsache, dass noch kurz zuvor CDU, FDP und WSI sich mehrfach gegen eine Entfristung respektive Verlängerung des Frühdiensts positioniert hatten (wir berichteten).

SPD-Ratsfrau Claudia Wittburg etwa kritisierte vor allem die CDU für ihren gescheiterten Antrag, auf die Schule in Richtung früheren Unterrichtsbeginn einzuwirken. Hier würden Eltern gegeneinander ausgespielt. Dabei brauche es keinen Zick-Zack-Kurs, sondern vor allem Planungssicherheit. Linke-Fraktionschef Detlef Murphy machte insbesondere eine „vorbildhafte Beharrlichkeit“ der Eltern für die Wende verantwortlich. Die benannte „alternative Konzeption“ könne auch eine Fortsetzung des bisherigen Frühdiensts bedeuten, so Murphy. „Und das hoffen wir stark.“

Grünen-Ratsfrau Petra Kärgel machte dagegen deutlich, warum ihre Fraktion bei einem eigenen Antrag blieb, der lautete: Der Frühdienst wird zunächst bis zum Schuljahr 20019/2020 fortgeführt. Eine Evaluation findet in der ersten Sitzung des Bildungsausschusses 2020 statt. In dem interfraktionellen Antrag stehe dagegen schwarz auf weiß: „Der Frühdienst endet“. Kärgel fürchtete, die könne eine Art „trojanisches Pferd“ sein, um das Angebot auslaufen zu lassen. Zudem brauche es mehr Zeit, um eine tragfähige Konzeption zu finden, als lediglich bis nach der Sommerpause.

Es sei erst März, konterte Angela Drewes (WSI) und damit Zeit genug. Die Frist sei gewählt, eben um den Eltern Planungssicherheit zu geben. Eben diese vermisse er im Grünen-Antrag, sagte Julian Fresch (CDU). Sein Fraktionschef Michael Kissig ergänzte: Es es explizit eine Begrenzung des Angebots gewählt worden, damit alle unter Druck gesetzt seien, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten „und damit nicht in einem Jahr wieder jemand sagen kann: Von der Begrenzung haben wir nichts gewusst“.

Auch für Nina Schilling (FDP) war die Begrenzung ein wesentlicher Aspekt. Bei der Einrichtung des Frühdiensts an der Moorwegschule sei direkt eine Befristung auf ein Jahr mitbeschlossen worden. „Das hätte jedem klar sein müssen“, so Schilling. Auf diese Begrenzung sei jedoch weder auf der Homepage der Moorwegschule noch auf Nachfrage bei der Verwaltung hingewiesen worden. „Diese Unwissenheit des Fachdiensts darf nicht zu Lasten der Eltern gehen“, begründete die Liberale den Schwenk ihrer Fraktion. Zudem betonte sie, die Konzeption müsse direkt nach dem Sommer vorliegen, um damit gegebenenfalls in die Haushaltsberatungen gehen zu können.

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