Bildungsausschuss : Frühbetreuung auf dem Prüfstand

Im Wedeler Rathaus wird heute über die Frühbetreuung für Kinder diskutiert.
Im Wedeler Rathaus wird heute über die Frühbetreuung für Kinder diskutiert.

FDP und Grüne fordern Flexibilisierung des Angebots / Streit um Beitragserhöhung

Avatar_shz von
11. September 2019, 16:00 Uhr

Wedel | Die am heutigen Abend bevorstehende Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport im Wedeler Rathaus bietet Zündstoff: In der Debatte um die Frühbetreuung von Kindern an Wedeler Grundschulen gibt es nun nämlich zwei deutliche Positionierungen. FDP und Grüne haben zwei Anträge auf den Weg gebracht, die im Kern eine Flexibilisierung nach Elternbedarf vorschlagen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn ansonsten sind die Anträge komplett verschieden.

So stimmt die FDP den Beitragserhöhungen in der Schulkindbetreuung wie auch dem Monatsbeitrag für den Frühdienst zu, fordert jedoch als finanzielle Entlastung, dass Eltern nur die Tage bezahlen müssen, in denen sie die Betreuung bis 16 Uhr in Anspruch nehmen. Gleiches gilt für den Frühdienst, wo ebenfalls nur die Zeit bezahlt werden soll, die man zuvor in Anspruch genommen hat.

Auch die Grünen sind für eine Flexibilisierung. Allerdings: Diese wird zunächst an einen gemeinsamen Workshop mit Elternvertretern sowie Vertretern aus Politik, Verwaltung und Schulbetreuung gekoppelt, in dem genau erörtert werden soll, wo es Optimierungs- und Anpassungsbedarf geben soll. In puncto Beitragserhöhung bei der Schul- sowie Ferienbetreuung gibt es aus dem Lager der Grünen jedoch ein klares Nein. Eine finanzielle Aufstockung sei schlicht und einfach nicht familienfreundlich. Andere Gemeinden, heißt es im Antrag, seien Wedel bei der Kostendeckung bereits deutlich voraus.

Hintergrund: Die Frühbetreuung an Wedeler Grundschulen sieht bislang die Inobhutnahme von Kindern 50 Minuten vor Unterrichtsbeginn an fünf Tagen die Woche vor. Momentan existiert dieses Angebot nur an der Moorwegschule. Umfragen in den anderen beiden Wedeler Schulen, der Albert-Schweitzer-Schule und der Altstadtschule, haben jedoch ergeben, dass auch hier Bedarf an solch einem pädagogischen Modell besteht.

Ein Beschluss zur Erweiterung der Frühbetreuung zum Schuljahr 2019/20 war daraufhin von der Verwaltung auf den Weg gebracht - vom Rat jedoch nicht befolgt worden. Dieser spielte den Ball an die Verwaltung zurück, für das kommende Schuljahr 2020/21 ein Konzept zu erarbeiten. Unter anderem kam die Stadt dabei zu dem Ergebnis, dass der bisher gezahlte Betrag von 20 Euro pro Monat für die 50-minütige Betreuung zu wenig sei. Um die Kosten zu decken sei laut Verwaltung ein Betrag von 50  Euro angebracht. Auch eine Erhöhung der Entgelte für die Ferienbetreuung ist vorgesehen, da das laut Beschlussvorlage „sehr günstige Angebot“ viele Eltern dazu veranlasst, dieses zwar zu buchen, aber im Endeffekt doch nicht wahrzunehmen. Durch diese kurzfristigen Entscheidungen werde Geld, was die Verwaltung für Personal und Sachaufwand einkalkuliert, in den Sand gesetzt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen