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Nach der Finanzkrise : Frischzellenkur für den TSV in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vereinsrat und AGs arbeiten gemeinsam an Konzepten für eine neue Beitragsgestaltung und modernere Vereinsstrukturen.

Wedel | Finanzkrise, drohende Insolvenz – das ist Geschichte. Der Wedeler TSV setzt die Zeichen auf Zukunft – nicht ohne Lehren und Konsequenzen aus der Vergangenheit ziehen zu wollen. Intensiv feilen Vereinsrat und Arbeitsgruppen an schlankeren Strukturen und einer neuen Finanzordnung. Marschrichtung: Hin zu einer Betonung des Solidaritätsprinzips und der Stärken eines Mehrsparten-Vereins, der sein Angebot zeitgemäß weiterentwickelt.

Weniger in Abteilungen denken, sondern mehr den Gesamtverein sehen und als solcher agieren: Dies ist laut Finanzchef Sven Behrendt der Gedanke bei einer Reform des Beitragsgefüges. Angestrebtes Ziel sei, dass die Mitglieder einen Betrag zahlen und damit alle Abteilungen nutzen können, erläutert Vorsitzender Matthias Dugaro. Ohne formelles An- und Abmelden bei einzelnen Sparten, ohne zusätzlich Kosten, wenn Sportler in zwei oder mehr Abteilungen aktiv sind. Allenfalls im Leistungssport könnten dann noch Extra-Beiträge erhoben werden.

Mit dieser Form der Durchlässigkeit und Flexibilität soll der TSV attraktiver für die Mitglieder sein und gleichzeitig zu besseren Vereinsgemeinschaft zurückfinden. „Es hat in der Vergangenheit starke Verselbstständigungsprozesse gegeben. Auch dem soll mit einer neuen Finanzordnung entgegengewirkt werden“, so TSV-Pressesprecher Gerald Langeloh. Bis Ende 2016 soll das neue Konzept stehen – und alle Mitglieder sind ausdrücklich aufgerufen, mitzuwirken, so Dugaro. Ein erster Entwurf liegt zur Hauptversammlung am 23. März vor.

Hoffen auf Mitglieder-Zuwachs

Mit der Beitragsreform und der Möglichkeit, ohne Aufpreis in verschiedenen Sparten aktiv zu sein, verknüpft der TSV auch die Hoffnung, neue Mitglieder zu gewinnen. „Es gibt Sportverein, die wachsen. Da müssen wir auch wieder hin“, sagt Behrendt. 2258 Mitglieder zählt der Wedeler TSV aktuell. Vor einem Jahr waren es noch mehr als 3000“, so Geschäftsstellenleiter Wolfgang Kärgel. Ein Schwund, der auch der Tatsache geschuldet sei, dass sich das Angebot nicht weiterentwickelt habe. Da entschieden entgegenzusteuern, hat sich der Verein ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Und nicht zuletzt einen Neufassung der Satzung, die kundenfreundlich entschlackt werden solle. Dieser Relaunch der alten Strukturen ist ebenfalls eine Projekt für 2016.

Unter dem Stichwort Mitgliederschwund ist auch Punkt 9.2.4 der Tagesordnung zur Jahreshauptversammlung zu sehen. Danach soll der Monatsbeitrag ab 1. Juli von aktuell zwölf auf 15 Euro erhöht werden. Eine Anpassung, um die Abgänge abzufedern, erklärt Behrendt. Mit der Erhöhung soll der Verein indes auch in die Lage versetzt werden, wieder Rücklagen zu bilden, etwa für Instandhaltung der Immobilien. Wie berichtet war ein Investitionsstau beim Vereinszentrum ein Grund für die finanzielle Schieflage des TSV. Die 9,50 Euro dagegen, die seit 2015 als zeitlich begrenzter Zusatzbeitrag zur Konsolidierung des Vereins erhoben wurden, laufen aus. In diesem Monat waren sie letztmals fällig.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 10:00 Uhr

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