Frischer Wind für Wedels CDU

Der neue Vorstand der Wedeler CDU: Vorsitzende Vivien Claussen (Mitte) umringt von Klaus Schröder (von links, Beisitzer), Heidi Garling (Beisitzerin), Jan Lüchau (Schatzmeister), Stephan Schwartz (stellvertretender Vorsitzender), Sabine Lüchau (Beisitzerin) und Julian Fresch (Stellvertretender Vorsitzender und Mitgliederbeauftragter).
Der neue Vorstand der Wedeler CDU: Vorsitzende Vivien Claussen (Mitte) umringt von Klaus Schröder (von links, Beisitzer), Heidi Garling (Beisitzerin), Jan Lüchau (Schatzmeister), Stephan Schwartz (stellvertretender Vorsitzender), Sabine Lüchau (Beisitzerin) und Julian Fresch (Stellvertretender Vorsitzender und Mitgliederbeauftragter).

Mitglieder wählen 30-jährige Kommunikationswissenschaftlerin Vivien Claussen zur neuen Vorsitzenden

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17. November 2018, 16:00 Uhr

Der Stadtverband der Wedeler CDU beherrscht das christdemokratische Credo des harmonischen Auftritts. In entspannter Atmosphäre und in beeindruckender Geschlossenheit vollzog sich während der jüngsten Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend der Wechsel an der Spitze der Partei. Michael Schernikau stellte sich nach vier Jahren nicht mehr zur Wahl. Er gab den Staffelstab an die 30-jährige Newcomerin Vivien Claussen weiter.

Schernikau trat deswegen nicht mehr als Parteivorsitzender an, weil er mittlerweile auch das Amt des Stadtpräsidenten ausfüllt. Es sei keine rechtliche Verpflichtung, die beiden Ämter zu trennen, aber guter Brauch, erläuterte er den 38 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern. Der Vorschlag, Claussen als seine Nachfolgerin zu nominieren, genieße sowohl das Votum des Vorstands als auch der Fraktion, betonte Schernikau.

„Ich habe mir die Entscheidung genau überlegt“ leitete Claussen ihre Bewerbungsrede ein. Der Verpflichtung und Verantwortung sei sie sich bewusst. Dann stellte sich die 30-Jährige, die im Februar dieses Jahres ihren Lebensmittelpunkt wieder nach Wedel verlegt hat, erst einmal vor. Bereits ihre Großeltern lebten in der Stadt, erzählte Claussen. Sie selbst allerdings erst einmal nur bis zum dritten Lebensjahr. Von Bremen aus kam sie als 16-Jährige zurück, machte hier ihr Abitur und studierte anschließend Kommunikationswissenschaften in Hamburg. Erste berufliche Erfahrungen sammelte Claussen bei Edeka. 2013 unterstützte sie den Bundestagswahlkampf der Bremer CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann. 2015 kam Claussens Tochter zur Welt. Sie nahm sich eine kurze Elternzeit und stieg dann als Sprecherin beim mittelständischen Elmshorner Familienunternehmen Kölln ein.

Zur politischen Standortbestimmung ordnete sich Claussen selbst als liberale Konservative ein. Sie sei für Veränderungen, betonte sie, aber nicht für die Aufgabe der christlichen Werte. Wichtig seien ihr die Themen innere Sicherheit, eine moderne Familien- sowie eine ausgewogene Wirtschaftspolitik. Ihre griffige Zuspitzung „Ohne die Macher sind die Träumer nur Spinner“ kam beim Plenum hörbar gut an. Die Mitglieder murmelten Zustimmung.

Auch für Wedel stellte Claussen ihre Top-Themen vor. Sie will mit der Verlegung der B 431 die Altstadt entlasten und sich für bezahlbaren Wohnraum stark machen. Dabei habe sie besonders die Erschließung von Wedel Nord im Auge. Zudem forderte Claussen mehr und vor allen Dingen auch bezahlbare Kita-Plätze, die in Wedel mit die höchsten Beiträge im Land abverlangten. „Kinderbetreuung darf kein Luxusgut werden“, betonte sie. Aber auch für die ältere Generation wolle sie sich einsetzen. Ihr Wunsch sei es, dass jeder so lange wie möglich in den eigenen Räumen wohnen bleiben kann. Zudem müsse die Stadt noch barrierefreier werden. „Ich möchte den frischen Wind zu einer starken Briese machen in den nächsten zwei Jahren“, fasste Claussen ihr Programm anschaulich zusammen.

Das kam an: Mit großer Zustimmung belohnte das Plenum schließlich die Vorstellung der Kandidatin. Claussen wurde mit 36 Ja-Stimmen und nur zwei Enthaltungen zur neuen Vorsitzenden gewählt. Geschlossenheit demonstrierten die Mitglieder auch bei den Entscheidungen für die übrigen Vorständler. Sie alle wurden einvernehmlich oder mit sehr großer Mehrheit in ihre Posten berufen. Stephan Schwarz wurde als stellvertretender Vorsitzender in seinem Amt bestätigt, Julian Fresch rückt als weiterer Vizechef auf. Der langjährige Schatzmeister Klaus Schröder stellte während der Sitzung zum letzten Mal die Kasse vor. Zu seinem Nachfolger wählten die Verantwortlichen Jan Lüchau. Schröder bleibt dem Vorstand aber als Beisitzer erhalten. Auch Heidi Garling wechselt: Vom Stellvertreterposten ins Amt der Beisitzerin. Komplettiert wird das Trio durch Sabine Lüchau, die sich erneut für eine Aufgabe zur Verfügung stellte.

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