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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. August 2017 | 05:22 Uhr

Haseldorf : Friede zwischen Vögeln und Booten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung präsentiert Studie über Auswirkung von Sportschifffahrt auf Natur in der Binnenelbe.

Die Angst ging um unter den Skippern, heimlich aufgestellte Überwachungskameras an der Elbe sorgten wochenlang für Unruhe. Nun gibt es Entwarnung: Die Studie zur Auswirkung des Sportbootverkehrs in der Haseldorfer Binnenelbe auf Brut- und Rastvögel, die für so viel Wirbel sorgte, hat ergeben, dass sich „kein umweltrechtlicher Handlungsbedarf ergibt“. Das Ergebnis der von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) 2011 in Auftrag gegebene Grundlagenstudie wurde nun in Wedel Vertretern der betroffenen Gemeinden, der Sportboothäfen sowie Segler- und Motoryachtverbänden vorgelegt.

Doch nicht alle etwa 20 Teilnehmer gingen nach der zweistündigen Veranstaltung unbesorgt nach Hause, obwohl weder Einschränkungen für Freizeit-Boote noch weitere Überwachungen per Kamera geplant sind, wie Klaus Rickert-Niebuhr Foto) von der Generaldirektion Kiel betonte. „Ich bin nicht beruhigt, weil einige Aussagen nicht eindeutig sind“, bilanzierte Haseldorfs CDU-Fraktionschef Helmut Schübbe.

Die Vogeloase an der Elbe – sie ist nach Einschätzung von Fachleuten „einzigartig auf der Welt“ und unterliegt der höchsten Schutzgebietskategorie. Von April bis November 2011 und März bis Mai 2012 wurde geforscht, in 4646 Stunden wurden von Überwachungskameras 279 000 Einzelaufnahmen gemacht, um Boote und Vögel zu zählen. Fazit: Im Juni ist am meisten los, im Bereich Dwarsloch doppelt so viel wie in Bishorst, wie Markus Risch ermittelte, der auch für das Aufstellen der Kameras zuständig war. Mit den Brutvögeln gebe es nur geringes Konfliktpotential, so Risch. „Ein Zusammenhang zwischen Wassersportnutzung und langfristiger Bestandsentwicklung ist nicht nachweisbar.“

Raser gibt’s nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Elbe, wenn auch verhältnismäßig wenige. Es wurden nur 14 Jetski und 21 Wasserski-Fahrten durch die Kameras aufgezeichnet. Sie waren mit Tempo 60 bis 80 unterwegs. Da es aber keine lückenlose Untersuchung gibt, sind das keine absoluten Zahlen. Die Wasserraser aber hätten ein besonders hohes Störungspotenzial. Sie sind auch dem Chef des Hamburger Segler-Verbands ein Dorn im Auge. Harald Harmstorf (Foto), der 14 000 Mitglieder vertritt und seine Zwölf-Meter-Yacht im Hamburger Yachthafen in Wedel liegen hat, plädierte sogar für eine Geschwindigkeitsbegrenzung. „Wir Elbsegler sind dafür bekannt, dass wir die Natur schützen, wir wollen keine Jetskis und Speedboote.“ Die WSV-Experten halten davon allerdings nichts – weil es große Schwierigkeiten bei der Durchsetzung gibt. Sie plädierten für Aufklärung und soziale Kontrolle.

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erstellt am 05.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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