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Wedel-Schulauer Tageblatt

26. September 2017 | 18:11 Uhr

Fokus auf eine neue Sichtweise

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ausstellung Reepschlägerhaus zeigt 24 Fotografien des Halstenbeker Künstlers Ulf Wiechmann unter dem Motto „First Cuttings“

Annähernd 30 Gäste waren zur Eröffnung der Ausstellung „First Cuttings“ ins Wedeler Reepschlägerhaus gekommen. Dort stellt derzeit der Halstenbeker Künstler Ulf Wiechmann insgesamt 24 Fotografien aus, die in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind. Für einen angenehm swingenden musikalischen Hintergrund sorgten dabei der Komponist Thorsten Martens und Wiechmanns Sohn Finn mit drei Eigenkompositionen für Saxofon und Percussion.

Nachdem Bernd Vorwerk, Vorsitzender des Förderkreises Reepschlägerhaus, den 53 Jahre alten Künstler mit den Worten „Wir haben mit dieser Ausstellung wieder ein Highlight in Wedel“, begrüßt hatte, ergriff die freie Künstlerin Anja Badners das Wort und beschäftigte sich mit der Frage, was künstlerische Fotografie ausmacht: „Entscheidend für das Ergebnis bleibt immer der Mensch hinter der Kamera. Der Künstler, der sich des Mediums Fotografie bedient, um seine Ideen umzusetzen.“ Die künstlerische Fotografie sei die Interpretation eines Moments, erfasst vom Auge des Fotografen, der damit zum Entdecker werde.

Ulf Wiechmann ist studierter Wirtschaftsingenieur und beschäftigt sich seit seinem 16. Lebensjahr mit Fotografie. „Fotografie ist für mich das ideale Medium, um neue Sichtweisen von an sich bekannten Dingen darzustellen und flüchtige Eindrücke festzuhalten. Die Konzentration auf Details, teilweise gepaart mit ungewöhnlichen oder überraschenden Perspektiven, ist mein fotografischer Schwerpunkt“, erläuterte er. Als Mitglied des Fotostammtischs Hamburg, bei dem sich Profis und Amateure regelmäßig austauschen und gemeinsame Projekte verfolgen, sei er stets offen für Neues. Derzeit gelte sein Interesse der experimentellen Fotografie.


Bilder wirken klar, fast wie Grafiken


Generell müsse ein Foto von vornherein stimmen, schon bei der Aufnahme. Er nehme davon dann Ausschnitte, die er nur leicht mit dem Grafik-Programm Lightroom in Kontrasten und Helligkeit korrigiere, um die Brillanz zu verstärken. Tatsächlich wirken Wiechmanns Bilder sehr klar, fast wie Grafiken. „Lost places“ und „Experimental“ heißen die ausgestellten Serien, andere zeigen Landschaft und Architektur.

Es fasziniere ihn besonders, wie die Natur sich ihr Gebiet zurückholt, zum Beispiel Bäume, die in verfallenen Häusern wachsen. Solche Motive finde er in wenig bewohnten Gegenden in den neuen Bundesländern, wie ehemalige LPGs auf riesigen ungenutzten Terrains. Diese Orte sucht er und nimmt sie mit einer Vollformat-Digitalkamera auf.

In der Reihe „Lost places“ geht es um genau dieses Vergängliche, um verlassene, vergessene Orte. Da sieht man einen alten, zerfledderten Sessel, der in einer zerfallenen Halle steht, wo bereits frisches Gras durch den Steinboden dringt. Oder zwei schmutzige Gummistiefel neben einem verbeulten Metallstuhl auf einem alten Betonboden voller Spalten. Ulf Wiechmann sagt dazu: „Das ist Gänsehaut. Diese Verlassenheit, Stille, die Spuren der früheren Bewohner. Bedrückend. Diese besondere Stimmung möchte ich festhalten und vermitteln.“ Andere Motive fallen ihm zu, im Alltag oder auf Fotoreisen.

Die Aufnahmen entstehen aus dem Moment heraus. So ist die dreiteilige Werkreihe „Icy Field 1  -  3“ auf einer Fahrt durch Schleswig-Holstein entstanden. Drei Aufnahmen einer vereisten Landschaft im diffusen Nachmittagslicht. Klar und gleichzeitig träumerisch. Auch die drei Großformate „Baltic Sea“ haben eine enorme Tiefe. Allen Fotos gemeinsam ist eine geheimnisvolle Atmosphäre, die den Betrachter in das Bild hineinzieht.

Die Ausstellung „First Cuttings “ ist noch bis zum bis 29. Oktober 2017 im Wedeler Reepschlägerhaus in der Schauenburgerstraße 4 zu sehen. Am 20. September und am 12. Oktober zwischen 19 und 21 Uhr lädt der Fotograf zum Künstlergespräch ein. Geöffnet ist die Teestube täglich außer montags von 15 bis 22 Uhr.

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