Flächennutzung sorgt für Streit

Ein Gewerbegebiet nördlich der Deichreihe könnte bald Realität sein.
Ein Gewerbegebiet nördlich der Deichreihe könnte bald Realität sein.

Bauausschuss Haseldorf berät über Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets nördlich der Deichreihe für den Amtsbauhof

shz.de von
09. März 2018, 16:00 Uhr

Es war ein intensiver und diskussionsreicher Abend im Haseldorfer Hof bei der Sitzung des Bauauschusses der Gemeinde Haseldorf. Zahlreiche Tagesordnungspunkte samt Vorlagen standen auf dem Programm. Besondere Beachtung erfuhr der Punkt der Ausweisung eines Gewerbegebietes nördlich der Deichreihe, westlich des alten Sportplatzes.

Bereits während des zweiten Punktes der Tagesordnung, der Einwohnerfragestunde, gab es so einige Anmerkungen und Anfragen zum Thema Gewerbegebiet, da „später dazu ja nichts mehr gesagt werden darf.“ Kritik hagelte es bezüglich der Missachtung des Themas im Dorfentwicklungskonzept (DEK). Im Rahmen einer Bürgerwerkstatt wurde dieses vor wenigen Wochen erarbeitet. Enthalten sind darin Vorschläge zur Gestaltung der Gemeinde, Nutzung leerstehender Häuser und Sanierungsmaßnahmen. Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) betonte jedoch immer wieder, dass dieses Konzept nicht bindend sei für die endgültigen Beschlüsse. Gerhard Koopmann (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, unterband diese sich drehenden Diskussionen nach einiger Zeit: „Wir sind hier beim Tagesordnungspunkt Einwohnerfragestunde, nicht in einer Diskussionsrunde.“ Das brachte die anwesenden Einwohner jedoch erst richtig auf die Palme. Klaus-Dieter Sellmann und Stefan Biermanns, zugleich Mitglieder der freien Wählergemeinschaft BfH, argumentierten dagegen. Die Einwohnerfragestunde sei dazu da, dass auch Anregungen und Vorschläge seitens der Bürger gemacht werden. Schlussendlich hielt der Bürgermeister fest, dass die Einwürfe zur Kenntnis genommen wurden.

Doch worum geht es eigentlich? Genauer erklärte dies Schölermann, als der Tagesordnungspunkt final diskutiert wurde: „Der Amtsbauhof benötigt einen Ersatzstandort. 17 Flächen kamen bisher aus Gründen nicht in Frage. Die Fläche nördlich der Deichreihe scheint sich zu eignen.“ Damit der Amtsbauhof dort angesiedelt werden kann, sei jedoch die Aufstellung eines Bebauungsplanes samt einer Änderung des gemeindlichen Flächennutzungsplanes notwendig, so steht es auch in der Beschlussvorlage. Der Bürgermeister warf als ersten Ansatzpunkt die Idee ein, eine Bedarfsumfrage zu starten: Haben hiesige Unternehmen ebenso ein Interesse an gewerblich ausgewiesener Fläche? Boris Steuer (SPD) fügte dem einen Zusatz hinzu: „Wir sollten aber auch gleich im Voraus die Kostenfrage klären.“ Schölermann antwortete: „Das ist ein logischer Schritt. Zudem sollte im Zuge der Bedarfsumfrage an die örtlichen Unternehmen auch geklärt werden, wieviel zu zahlen sie bereit wären. Die Gespräche sollen von Anfang an offen geführt werden.“ Fakt sei, dass die Gemeinde den ersten Schritt hinsichtlich der Ausweisung des Gebietes machen müsse, sonst könne die Landesplanung bei der Kreisbereisung im April nichts tun, betonte Jan-Christian Wiese, Fachbereichsleiter für Bauliche Angelegenheiten der Gemeinden Haselau, Haseldorf, Heidgraben, Moorrege und Neuendeich. Die Gemeinde müsse einen Grundsatzbeschluss fassen.

Grundsätzlich waren sich die Gemeindevertreter in dieser Hinsicht auch einig. Doch die einzelnen Aspekte sorgen für kleine Diskussionen. Wie soll die Bedarfsumfrage angegangen werden? Sollen nur die ansässigen Unternehmen oder vielleicht auch alle Haseldorfer Bürger befragt werden? „Wer weiß, ob Person X nicht doch eine Firma gründen möchte, wenn die passende Fläche dann sogar vor der Haustür bereit steht?“, warf Steuer ein. Der Beschluss lautete schlussendlich – mit einer Stimmenenthaltung – , dass eine Bedarfsumfrage an die Gewerbetreibenden in Haseldorf gestellt werden soll. Zusätzlich sollen die Bürger mit einer Meldung in den Haseldorfer Nachrichten informiert werden.

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