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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Oktober 2017 | 12:14 Uhr

Offensive : Fit für den Wedeler Arbeitsmarkt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Dem drohenden Fachkräftemangel begegnet der Arbeitskreis „Bildung & Wirtschaft“ mit einer Vermittlungs- und Qualifizierungsoffensive.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Wedel | Verspüren auch Wedeler Betriebe bereits einen Fachkräftemangel? Diese Frage stellte Business-Coach Helmut Hausner zehn bis zwölf ausgewählten hiesigen Unternehmern. Und bekam kein repräsentatives, dafür aber ein „hochinteressantes“ Feedback, wie er erzählt. „Weil die Antworten sehr unterschiedlich waren“: Sie reichten von „Die Katastrophe ist schon da“ bis hin zu „Nein, überhaupt nicht“. Besonders im gewerblichen Bereich litten einige Betriebe schon massiv, so Hausner. Beispielsweise die Elektro- oder die Gas-Wasser-Branche. Doch pauschal könne man das nicht sagen, nicht alle Gewerke sehen die Zukunft düster. Tischler hätten kein Nachwuchsproblem, fand Hausner heraus. Und auch an Bürofachkräften tut sich wohl in nächster Zeit kein Mangel auf. Dafür existiert in der Pflege seit langem schon Fachkräftemangel, auch in der Rolandstadt.

Den Auftrag für die kleine Erhebung hatte der Coach vom Arbeitskreis „Bildung & Wirtschaft“ bekommen. Einer Weiterbildungsinitiative, die sich im vergangenen Jahr zusammengefunden hat und jetzt Fahrt aufnehmen will. „Bildung und Fachkräftemangel ist etwas, was man zusammenführen muss“ hätten sie herausgefunden – auf einem Unternehmerfrühstück, das die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) in der Volkshochschule veranstaltet hatte, erzählt VHS-Leiterin Cornelia Mayer-Schwab. Und beschlossen, ihre Kraft dafür einzusetzen, Unternehmen, die den Fachkräftemangel schon spüren, mit Migranten und Wiedereinsteigern, die von der VHS (nach)qualifiziert werden können, zusammenzuführen.

„Win-Win-Wedel“ nennt Mit-Vorsitzender Christian Fuchs das Projekt lachend. Denn profitieren tun alle von der neuen Koordinierungsstelle, für die auch noch die städtische Wirtschaftsförderung, die Arbeitsagentur und bald auch die Beratungsstelle Frau und Beruf mit ins Boot geholt wurden beziehungsweise werden sollen. Unternehmen könnten Praktikumsplätze für Migranten zur Verfügung stellen. Die könnten von der VHS passgenau qualifiziert werden, erklärt Mayer-Schwab. Oder ausgebildete Migranten arbeiten in Teilzeit in den Betrieben und bilden sich gleichzeitig fort – fachlich und sprachlich. Und Unternehmen beteiligen sich möglicherweise an der „dualen Qualifizierung“: Die Ideensammlung der Gruppe ist noch nicht abgeschlossen.

Im Herbst soll’s erstmal ein „Speed-Dating-Café“ geben, erklärt „Kümmerer“ Hausner. Das bringt Angebot und Nachfrage, wie beim Speed-Dating üblich, an einen Tisch – an dem in diesem Fall jeweils eine ganze Branche Platz finden soll. Doch sollen die Gespräche nicht in harter Taktung stattfinden. Café steht für Zeitnehmen und den ausführlicheren Austausch.

„Der Mittelstand muss aufwachen“, postuliert Mit-Vorsitzender Fuchs bezüglich des Themas Fachkräftemangel. Die großen Unternehmen hätten große finanzielle Vorteile. „Es gibt Warnzeichen, dass der Mittelstand im Wettbewerb um Fachkräfte verliert, wenn er sich nicht strategisch darauf einstellt.“ Der Arbeitskreis bietet hier seine Hilfe an.

Unternehmen und Betriebe, die Interesse an einer Koordination haben, melden sich bei Cornelia Mayer-Schwab (04103) 915491, Christian Fuchs (04103) 1899765 oder bei Wirtschaftsförderer Manuel Baehr (04103) 707234.
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