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Die Täter kamen durch die Decke : Filmreifer Einbruch bei Edeka in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Täter stemmten Löcher in Dach und Zwischendecken. Zigaretten im großen Stil gestohlen. Elektro-Überwachung wurde offenbar gezielt umgangen.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Montagmorgen, kurz nach 8 Uhr im eben geöffneten Edeka-Markt am Marienhof: Der Lotto-Tabak-Tresen, inklusive einer Kasse großflächig mit Flatterband abgesperrt, ist Blickmagnet der Kunden. Ausgeräumte Regale, drei Löcher im Deckenbereich, Regenwasser auf dem Boden – sie sind stumme Zeugen dessen, was sich in der Nacht zu Sonntag in dem Geschäft in dem kleinen Gewerbegebiet an Wedels Ortsausgang Richtung Pinneberg abgespielt hat. Ein Einbruch, geradezu filmreif.

Es war kurz nach Mitternacht, als die Täter in den Supermarkt gelangt waren – nicht durch Tür oder Fenster, sondern durch die Decke. Dachziegel wurden entfernt, mehrere Schichten durchbrochen. Zwei kleinere Löcher sind in der Rigips-Verkleidung zwischen Wandregal und Verkaufstresen. „Vielleicht haben Sie sich orientiert, wo sie sind“, so die Mutmaßung von Marktleiter Heiko Elstner.

Den Durchbruch schafften die Unbekannten schließlich im Regal selbst. Ein offenbar genau kalkulierter Einstieg. Dort lässt sich eine Gestalt herab. Sie ist maskiert – gut zu erkennen in der Aufzeichnung der Überwachungskamera, die Elstner gestern gemeinsam mit Juniorchef Lennart Jensen auswertete. Der Täter hockt, greift immer wieder in die Regale, langt seine Beute durch das Einstiegsloch, Zigaretten. Das ganze über Stunden. Von 0.10 bis 2.12 Uhr dauert eine Kamera-Sequenz. Zeit, in der der Unbekannte unentwegt arbeitet. Mit kleinem Aktionsradius. Die Annahme liegt nah: Er hat den Bereich vorher ausgekundschaftet, hat genau gewusst, wie er sich wo bewegen durfte. „Ein paar Zentimeter weiter nach vorn, und er hätte Alarm ausgelöst“, sagt Jensen. Selbstverständlich sei modernste Alarmtechnik installiert – „aber auf diese Art von Einbrüchen waren wir nun wirklich nicht vorbereitet“, so der Juniorchef. „Wir werden jetzt entsprechend nachrüsten.“

So blieb der Einbruch bis Montagmorgen unbemerkt. Zeit, die es schlimmer machte: Diverse Regengüsse ließen Ware und Teile der Rigips-Decke aufweichen. Wie groß der Schaden insgesamt ist, konnten gestern weder der Edeka-Marktbetreiber noch die Polizei beziffern. Die Ermittler hoffen auf Hinweise von möglichen Zeugen, die in der Nacht auf Sonntag etwas Verdächtiges im Marienhof bemerkt haben. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, die Nummer der Kripo Pinneberg, 04101-2020, zu wählen.

Der Einbruch am Wochenende – er ist nicht der erste in dem Edeka-Markt. Bei einem ähnlich offenkundig gut vorbereiteten Coup hatten Unbekannte im Februar 2013 den Tresor in der Bäckerzeile auf der Marktfläche geknackt. Seinerzeit hatten die Täter die Eingangstür aufgebrochen, waren innerhalb weniger Minuten rein und mit ihrer Beute – einem vierstelligen Euro-Betrag – wieder raus. Auch damals wurden die Bewegungsmelder gezielt umgangen, Alarm wurde nicht ausgelöst.

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