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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Oktober 2017 | 08:10 Uhr

Festmusik jenseits des Mainstreams

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Klangfeuerwerk Johannes Mayr und Christoph Pelgen begeisterten mit verblüffenden weihnachtlichen Klängen

Spätestens als die eindringlichen Töne der Bombarde in Begleitung der Orgel von der Empore in der Dreikönigskirche in Haselau erklangen, merkten die Gäste, wie sehr sie von der Weihnachtsmusik aus fernen Ländern und Jahrhunderten gefesselt waren. Das Duo „Cassard“ mit den beiden Vollblutmusikern Johannes Mayr und Christoph Pelgen war zum dritten Mal zu Besuch in der historischen Kirche, um erneut ein Klangfeuerwerk ihrer verblüffenden Musik zu zünden.

Unter dem Titel „Pastorale“ verzauberten Mayr und Pelgen die mehr als 60 Besucher mit feiner Weihnachtsmusik aus verschiedenen europäischen Ländern, die geprägt durch ihre außergewöhnliche Instrumentenauswahl war und damit zu einem ganz besonderen Konzert weitab vom vorweihnachtlichen Mainstream wurde. So eröffneten die beiden Musiker, die einen langen Weg aus Tübingen und Siegen bis in das ländliche Haselau zurückgelegt hatten, den Abend mit Dudelsack und Akkordeon zu einer tänzerischen, keltisch anmutenden Variation von „Kommet ihr Hirten“. Es folgten Lieder aus Galizien, wie das „Vindepicarias“ oder das griechische „Kátu sta Ierosólima“. Bei diesem Stück verteilte Pelgen zwei Triangeln an bereitwillige Besucher. Fröhlich und sehr rhythmisch ließen sie zu der Nykelharpa von Mayr, Pelgen an der Gitarre und den sieben gesungenen Strophen des Liedes die glockenhellen Klangkörper erklingen.

Aber auch eine seltsam gebogene Flöte, ein „Krummhorn“, die „Low Whistle“, Schalmaien- die „Bombarden“ oder ganz verschiedene Dudelsäcke, wie die „Ceccola polifonica“ wurden von den beiden Profimusikern virtuos bei Volksweisen oder Werken aus eigener Feder eingesetzt.

Zwischen den einzelnen Stücken wurden die Instrumente vorgestellt und auch sonst verstanden es Mayr und Pelgen, eine enge Bindung zum Publikum zu erreichen. So lernten die Gäste im Schnellverfahren einige Sätze Französisch und sangen sie wie einen Halteton der Sackpfeife – dem „Bordun“ – zum Lied „Allez moin voison“.

Es entspricht ganz dem Motto der beiden Musiker, deren größte Sorge es sei, die Zuhörer mit „verstaubter, ewig gleicher Musik“ zu langweilen, so Mayr und Pelgen unisono. Gekonnt verbinden sie Musikstile wie Folk-, Volks- und Weltmusik, verpackt in tänzerische Weisen mit orientalischen Klängen, oder Balkan-Rhythmen hoch musikalisch miteinander. Dafür ernteten sie Standing Ovations am Ende des festlichen Abends.

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