Festmahl zu Ehren eines Dichters

Thomas Herion (links), Chef des Kulturvereins Haseldorfer Marsch, und Andreas-Michael Petersen halten die Flagge Schottlands hoch.
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Thomas Herion (links), Chef des Kulturvereins Haseldorfer Marsch, und Andreas-Michael Petersen halten die Flagge Schottlands hoch.

Schottische Tradition „Burns Supper“ in Haseldorf

shz.de von
04. Januar 2018, 16:00 Uhr

Ein schottischer Nationaldichter erobert Haseldorf. Das jedenfalls ist die Vision von Thomas Herion. Der Vorsitzende des Kulturvereins Haseldorfer Marsch will in der Bandreißerkate, Achtern Dörp 3, eine neue Tradition einführen: das Burns Supper. „Es geht um Spaß und lebendige Geschichte“, sagt Herion. Im Mittelpunkt steht das Werk von Robert Burns (1759-1796). Für das leibliche Wohl ist natürlich auch gesorgt: Es gibt fünf Sorten Whisky und Haggis, eine Spezialität aus der schottischen Küche.

Für Sonnabend, 27. Januar, verspricht Herion einen „total schottischen Abend“. Die Haseldorfer greifen eine Idee auf, die bisher in Tornesch beheimatet war. Der Kulturverein Tornescher Allerlei – kurz To All– war bisher Gastgeber. Nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Hanfried Kimstädt in 2017 war Schluss mit dem Burns Supper. Das wollten die bekennenden Schottland-Fans Herion und Andreas-Michael Petersen, im Hauptberuf Pastor in Haselau, nicht hinnehmen. „Er hat sich sehr reingehängt, er war Robert Burns“, schwärmt Petersen über seinen verstorbenen Freund Kimstädt.

Eigentlich wird das Treffen am 25. Januar, dem Geburtstag Burns, abgehalten und zwar nicht nur in Schottland, sondern überall dort, wo es viele schottische Migranten gibt, wie in Kanada, Australien und den Vereinigten Staaten. Wenigstens bei den Trinksprüchen wird Whisky getrunken. Herion hat in Schottland bereits an zwei Traditionsabenden teilgenommen. Natürlich kommen der Kulturvereinschef und Petersen in ihren Kilts zum Burnsabend. Als Gäste werden Avril und David Quarrie vom Verein Scottish Dancing Central Germany erwartet. Das Paar unterrichtet in seiner Freizeit Scottish Country Dancing.

Kultur steht neben dem Haggis-Schmaus im Mittelpunkt. Am Klavier ist Michael Horn-Antoni zu hören, Solistin Petra Begas singt dazu mehrere Gedichte. Für authentischen Flair sorgt zudem der Auftritt des Tornescher Dudelsackspielers Hans Grothusen. Mit einem milden Single Malt Whisky der Marke Orban wird ein Toast auf Burns ausgesprochen und dann folgt das legendäre Gedicht „The Address to a Haggis“ aus dem Jahr 1786 auf schottisch und mit deutscher Übersetzung.

„Er war ein Lebemann“, sagt Petersen über Burns. „Und dazu gehört es auch, sich selbst auf die Schippe zu nehmen.“ Die Gäste erwartet eine Feier, bei der alle singen und Spaß haben werden, verspricht Herion.

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