Wedel : Festmahl als Zeichen der Gemeinschaft

Festessen: Ein Gruppe von Frauen bereitet die Speise „Aschure“, ein Mahl aus verschiedenen Sorten von Körnern, Früchten und Nüssen, zu.
Festessen: Ein Gruppe von Frauen bereitet die Speise „Aschure“, ein Mahl aus verschiedenen Sorten von Körnern, Früchten und Nüssen, zu.

Knapp 100 Gäste feiern im Stadtteilzentrum „mittendrin“ das Aschurafest zum Abschluss der Fastenzeit im Monat Muharrem.

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19. November 2013, 16:00 Uhr

Knapp 100 Gäste haben  im Wedeler Stadtteilzentrum „mittendrin“ das Aschurafest zum Abschluss der Fastenzeit im Monat Muharrem gefeiert.  Nachdem der Türkische Elternbund Wedel (TEBW) schon seit Jahren das Fest in der Rolandstadt organisierte,  gab es jetzt  eine Premiere: Zum ersten Mal wurde die Veranstaltung gemeinsam mit der türkisch-islamischen Gemeinde (DITIB)  ausgerichtet.

Das Fest hat in der Türkei eine besondere Bedeutung:    Nach der Landung der Arche Noah auf dem Berg Ararat wollten die Menschen aus Freude über ihre Rettung ein Festessen kochen, erklärte Moderator Timucin Ciber den Ursprung des Aschurafests. Da es jedoch nur wenige Früchte gab, wurde alles zusammengetan und durch die Gnade Gottes vermehrt, so dass schließlich alle satt wurden. Die Geschichte von Noah und der Sintflut steht im Koran in den Suren 11 und 71.

Etwa ein Dutzend Frauen  hatten in Wedel nach überliefertem Rezept die Aschure zubereitet:  zwei riesige Töpfe voll mit weißen Bohnen, getrockneten Feigen und Aprikosen, Walnüssen, Mandeln, Haselnüssen, Kichererbsen, Mandarinen, Äpfeln, Pistazien und weißen Rosinen. Zur Suppe wurden Wasser und Tee gereicht.

Der Elternbund-Vorsitzende Nevzat Sahin begrüßte unter den Besuchern besonders Bürgermeister Niels Schmidt sowie den Botschafter des türkischen Generalkonsulats, Mehmet Fatih Ak. „Unsere Kulturen und Religionen stehen sich viel näher, als allgemein geglaubt wird“, stellte Schmidt fest und bekannte: „Ich bin ein Freund der türkischen Gemeinde und des türkischen Elternbunds.“ Wedel sei eine Stadt mit einer sehr weltoffenen und friedvollen Gemeinschaft, so der Bürgermeister.

Sahin betonte, dass sich der Elternbund als überparteiliche Organisation sehe, die die türkischen Gemeinschaften in Wedel zusammenführen wolle. Dabei spreche sich der TEBW gegen jede Diskriminierung nach Rasse, Sprache, Religion und Geschlecht aus. Als Ziel habe sich der Elternbund unter anderem die zusätzliche sprachliche Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund gesetzt. Zudem wolle er den Kontakt zu den Wedeler Parteien verstärken.

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