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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 03:18 Uhr

Ferien: Das Land will die Saison verlängern

vom

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 01:14 Uhr

kiel | Schleswig-Holstein plant einen Befreiungsschlag für die Stoßzeiten in der Hauptsaison: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer strebt einen Beschluss aller Bundesländer an, um den Korridor für die Sommerferien in Deutschland auf 90 Tage auszuweiten. Einen entsprechenden Antrag will der SPD-Politiker in die Ministerkonferenz am 5. Juni in Rostock einbringen. Ziel ist Druck auf die Kultusministerkonferenz (KMK). Sie strickt gerade an der Sommerferienregelung für den Zeitraum 2018 bis 2024. Bis zum 1. Juli müssen die Bundesländer bei der KMK ihre Terminvorschläge abgeben.

"Durch eine optimale Ausnutzung des Ferienzeitraums werden Verkehrsströme entzerrt, Ferienregionen gleichmäßiger ausgelastet und Übernachtungskosten für die Gäste eventuell geringer", argumentiert Meyer. Zudem verweist er auf eine bessere Wertschöpfung. Bisher gehen den Urlaubsgegenden Gäste verloren, weil die Unterkünfte zur "Rushhour" längst nicht alle Interessenten beherbergen können. Jeder fehlende Ferientag führt laut Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH) zu Umsatzeinbußen von 15,6 Millionen Euro.

Während der laufenden Sommerferienregelung 2011 bis 2017 umfasst der Korridor durchschnittlich 81 Tage. Das Minimum steht im nächsten Jahr bevor: Dann sind es nur 71 Ferientage, 2015 auch nur 76. Für TVSH-Geschäftsführerin Catrin Homp eine "Katastrophe, gerade in Schleswig-Holstein". Schließlich seien Familien mit Kindern nach wie vor die Hauptzielgruppe. 2014 würden die Straßen bei An- und Abreise voller denn je. Der zeitliche Engpass werde sich "dramatisch auf die Auslastung auswirken". Dagegen drohten in den Randzeiten "erhebliche Leerstände". Auch sozialpolitische Gründe sprächen für eine Entzerrung: "In den Hotels und Ferienwohnungen bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis."

"Das Verfahren, das 2008 zur derzeit aktuellen Ferienregelung geführt hat, darf und wird sich nicht wiederholen", fordert Meyer. Dass die KMK damals auf die Forderungen der Touristiker keine Rücksicht nahm, erklärt sich Homp auch "mit fehlender ressortübergreifender Abstimmung in den Landesregierungen".

Bildungsministerin Waltraud Wende hat bereits ihre Unterstützung für eine 90-Tage-Lösung bekundet. Und sie befürwortet ein rollierendes System, bei dem sich die Bundesländer mit frühen und späten Sommerferien stärker abwechseln als bisher. Kommentar Seite 18

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