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Wedel : Feldstraße ist für Flüchtlinge erste Wahl

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Deutliches Votum für Neubau einer Notunterkunft im Herzen Schulaus. Anwohner protestieren gegen die Pläne.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | Mit deutlichem Votum hat sich die Politik mehrheitlich im zweiten Anlauf auf die Ecke Feldstraße/Rudolf-Breitscheid-Straße als Top-Favoriten für den Bau einer neuen Notunterkunft geeinigt. Grüne, WSI, SPD, FDP und Linke stimmten für den Standort, den auch die Verwaltung in ihrer ursprünglichen Stellungnahme als erste Wahl dargestellt hatte. Mit rund 30 Wohneinheiten will man dort schnell dem Gebot einer Unterbringung von Flüchtlingen nachkommen. Einzig die CDU sah im Planungsausschuss den Standort Steinberg 8 an Platz eins. Den setzte das Gremium auf Rang zwei der Prioritätenliste. Ein Beschluss, den der Rat am 22. November noch bestätigen muss, damit es an die Prüfung der Umsetzbarkeit geht.

Genau dafür sehe er weiter Risiken beim Standort Feldstraße, ließ WSI-Fraktionschef Joachim Funck wissen. Unter dem Hinweis auf Ungewissheiten etwa bezüglich des zu verlegenden Stromhäuschens und des Bunkers auf dem Areal hatte seine Partei gemeinsam mit der CDU eine eingehendere Prüfung gefordert – und im jüngsten Rat gegen die Feldstraße gestimmt. Angesichts der raschen Verfügbarkeit jedoch sehe auch die WSI diesen Standort nun an erster Stelle, so Funck.

Sonst wäre es der Steinberg gewesen, sagte der WSI-Fraktionschef. Wie berichtet braucht es dort aber laut Verwaltung ein mindestens sechsmonatiges B-Plan-Verfahren, um eine neue Notunterkunft zu bauen. Funck plädierte zudem dafür, auch einen dritten Standort zu benennen und zu prüfen, um weiteren Zeitverzug zu verhindern. Seine Partei plädiere für den Parkplatz Heinestraße.

Kirche könnte Integrationsarbeit leisten

Martin Schumacher, planungspolitischer Sprecher der FDP, griff den Vorschlag auf: In der kommenden Ausschusssitzung sollten sich die Fraktionen auf Prioritätenlistenplatz drei und vier einigen. Auch das wurde beschlossen. Schumacher unterstrich zudem in seiner Begründung für den Neubau in der Feldstraße, dass unmittelbar gegenüber die Christuskirchengemeinde mit ihrem Jugendhaus angesiedelt ist. Dort könne ein erheblicher Beitrag zur Integration der Flüchtlinge geleistet werden. Es gebe innerhalb der Kirche große Bereitschaft, über dieses Thema zu reden, so der Liberale.

Vorbehalte gab es dagegen bei Anwohnern, die zu Beginn der Sitzung eine Liste von gut 50 Unterschriften gegen die Standortwahl abgaben. Eine Frage aus diesem Kreis lautete, wie denn die Verwaltung mit dem Umstand umgehe, dass das Areal der Stadt unter der Auflage geschenkt worden sei, es als Grünfläche zu erhalten. Antwort Bürgermeister Niels Schmidt: Es seien keine Hinweise darauf gefunden worden. „Die besorgen wir“, schallte es zurück. Auch juristische Schritte sollen gegen die Stadt in dieser Sache eingeleitet worden sein, hieß es von einem der Anwohner. Von einer Klage sei ihm nichts bekannt, entgegnete Schmidt.

Zum Standort Steinberg hatte die CDU einen eigenen Antrag formuliert, der mit Stimmen von Grünen, Linken, FDP und Teilen der WSI angenommen wurde. Demnach sollen dort ein oder zwei Massivbauten mit zwei Geschossen, gegebenenfalls plus Staffel, entstehen und das bestehende Schlichtwohnheim ersetzen. Größe: 25 bis 30 Wohneinheiten. Für sie soll laut Antrag parallel ein „Nachnutzungskonzept für preiswertes und/oder zweckgebundenes Wohnen“ entwickelt werden. Einzig die Sozialdemokraten stimmten dagegen.

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