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Wedel-Schulauer Tageblatt

26. September 2017 | 09:36 Uhr

FDP gegen „finanzielles Abenteuer“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Appell Appens Liberale fordern günstige Anbau-Variante / Fraktionschefin Jutta Kaufmann appelliert an Hauptausschussmitglieder

Als ein „finanzielles Abenteuer“ hat Appens FDP-Fraktionschefin Jutta Kaufmann die Pläne für den Bau eines etwa zehn Millionen Euro teuren neuen Rathauses für das Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums) bezeichnet. In einem Gespräch mit unserer Zeitung machte die Liberale deutlich: „Ein Neubau dieser Größe mit diesen Millionenkosten ist für uns absolut indiskutabel: überzogen, unrealistisch und viel zu teuer.“ Das Projekt wird am Montag, 3. Juli, während der Sitzung des Gums-Hauptausschusses abermals diskutiert.

Als vor Monaten das Projekt erstmals aufs Tapet kam, sah es so aus, als ob es schnell durchgewunken wird. „Zustimmung von fast allen Mitgliedern, lediglich die Moorreger und wir beiden Appener FDP-Vertreter stimmten nicht zu“, erinnert sich Kaufmann. Dass die Mitarbeiter vernünftig untergebracht werden müssen, stehe außer Frage. Aber Appen habe sich dem Amt angeschlossen, weil die Verwaltung günstiger werden sollte. „Wir haben sogar eine Hochzeitsprämie von 250  000 Euro mitgebracht, die in das Amtsgebäude gesteckt wurden“, erläuterte Kaufmann.

Fast alle der zehn amtsangehörigen Gemeinden sind finanziell stark belastet, auch Appen. Kaufmann nennt den Neubau einer Kita für bis zu 3,5 Millionen Euro, An- und Umbau der Grundschule inklusive Betreuung beziffert sie mit 1,5 Millionen Euro. „Und es wird immer teurer: immer mehr ausufernde Vorschriften lassen sie steigen, steigen, steigen“, schimpft sie. In den anderen Kommunen sehe es nicht anders aus. „Kein Geld für eine notwendige Kita, für eine ausstehende Brückensanierung oder einen Kunstrasenplatz – man muss doch nur in die Zeitung sehen“, argumentiert die Liberale.

Da Appen und Moorrege die größten Gemeinden sind, seien sie auch die größten Zahler bei einem Neubau inklusive Grundstückkauf in Heist. „Wir würden 30 Jahre lang jährlich etwa 70  000 Euro bezahlen“, rechnet Kaufmann vor.

Kaufmann ist froh, dass sich Moorrege, sie nennt CDU-Fraktionschef Georg Plettenberg, und inzwischen auch andere, so heftig wehren. Wie Holms CDU-Fraktionschef Uwe Hüttner, der die Fällung eines Baums rechtsseitig des Amtshauses und daraus resultierende Platzmöglichkeiten ins Spiel brachte. Die Liberale bezweifelt, dass ein Um- und Anbau mit fünf Millionen Euro zu Buche schlagen würde: „Wir sind überzeugt: Es geht auch kleiner!“ Das Raumprogramm müsse noch einmal auf den Prüfstand. Sie nennt Kosten in Höhe von drei bis vier Millionen Euro. „Wir Liberalen appellieren an die Mitglieder des Hauptausschusses umzudenken – Schluss mit dem finanziellen Abenteuer Neubau, nutzen wir die Chance für den Anbau“, sagt Kaufmann.

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