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Wedel : Falsche Spendensammler in der Bahnhofstraße

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Fiese Abzocke in Wedel: Falsche Spendensammler erbeuten 185 Euro von dem Ehepaar Willems aus Henstedt-Ulzburg.

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | Uwe Willems glaubt an das Gute im Menschen. Und er weiß: „Es gibt welche, die haben’s nicht so gut, da kann ich doch ein paar Euro abgeben.“ Die Gutmütigkeit wurde dem 77-Jährigen nun in der Wedeler Bahnhofstraße zum Verhängnis. Am Dienstagmittag wurden er und seine Frau Hannelore Opfer von Trickbetrügern. Am Ende fehlten ihnen 185 Euro.

„Wir standen gegen 12 Uhr in Höhe Fielmann in der Bahnhofstraße“, sagen die Henstedt-Ulzburger, die Anfang nächsten Jahres nach Wedel ziehen. „Ich habe mir beim Bäcker gerade ein Stück Kuchen geholt und stand in der Einfahrt zwischen den Geschäften – da war Schatten“, so Hannelore Willems (76). Ihr Mann stand näher an der Straße, als eine junge Dame mit einem Klemmbrett sich vor ihn stellte. „Sie war Anfang 20 und hatte lange, dunkle Haare“, beschreibt Uwe Willems die Frau. Sie sagte nichts. Stattdessen machte sie mit Handzeichen auf den Text auf dem Klemmbrett aufmerksam. Willems sollte für Taubstumme spenden. Wer Geld gibt, könne sich auf der Liste eintragen. „Da stand schon ein Peter Müller, der zehn Euro gespendet hatte. Ich gab ihr fünf Euro“, berichtet der 77-Jährige. Dann drückte ihm die Frau einen Kuss auf die Wange. „Ich habe mich nur gefragt: Was macht die denn da?“, berichtet seine Ehefrau. Sie stand noch in der Einfahrt – beobachtete just in dem Moment eine zweite junge Frau, die plötzlich neben ihr auftauchte und nah an ihrem Mann vorbeiging. Dann waren die beiden Dunkelhaarigen verschwunden.

Die Willems wurden nach dem Vorfall stutzig. Sie vermuteten Betrug, gingen zur Polizei um den Vorfall zu melden. Das ganze Ausmaß ist ihnen da noch gar nicht bekannt. Auf der Wache werden sie nicht erhört. „Wir wurden abgewiesen und gefragt, ob es sich um Mord oder Totschlag handelt, ansonsten sollten wir gehen“, berichtet das Ehepaar. „Dabei sagt man doch immer: Die Polizei dein Freund und Helfer“, so Hannelore Willems enttäuscht. Auf Anfrage dieser Zeitung heißt es von der Polizei: „Wir haben gerade viel Stehlgut in der Wache gehabt.“ Alle Beamten seien damit beschäftigt gewesen, keine Zeit für das Ehepaar. Nach dem Polizeibesuch gingen die Henstedt-Ulzburger einen Kaffee trinken. Als Uwe Willems aber bezahlen wollte, stellte er erschrocken fest: „Mein ganzes Geld ist weg.“ Am Abend zuvor habe er 200 Euro abgehoben, 180 Euro waren noch in der Geldbörse. „Ich bin mir sicher, dass haben sie geklaut, als mir die eine den Kuss gegeben hat“, sagt Willems und fügt hinzu: „Das ist wirklich ärgerlich.“ Er und seine Ehefrau sind sich einig: „Aber am meisten ärgert uns diese Hinterlistigkeit.“ Das Ehepaar ging noch einmal zur Polizei. Dort wurde die Anzeige gegen Unbekannt aufgenommen.

Laut Polizei Wedel waren bereits im Frühsommer viele Trickbetrüger in der Rolandstadt unterwegs. Es wurden bis zu zehn Vorfälle in einer Woche gemeldet. Nun steigen die Zahlen wieder. Die „Spendensammler“ sind vor allem vor dem Rathausplatz, bei der S-Bahn und in der Bahnhofstraße unterwegs. Passanten sollen sich umgehend bei der Polizei melden – entweder unter der Telefonnummer 04103-50180 oder unter 110. Eine Personenbeschreibung – vor allem eine gute Beschreibung der Kleidung – und Hinweise, wohin die „Spendensammler“ gehen, sei hilfreich.
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