zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

21. August 2017 | 18:24 Uhr

Fährmannssand: Einigung gescheitert

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Brückenerneuerung Politik entscheidet trotz Klageandrohung gegen Behelfszuwegung für Landgasthof und Vogelstation

Eine mögliche Einigung zwischen Stadt und der Betreiberfamilie Körner in Sachen Brückenerneuerung ist gescheitert. Donnerstagabend hat der Bauausschuss einstimmig für eine Erneuerung des maroden Bauwerks über die Hetlinger Binnenelbe im Zuge des Langen Damms in ihrer ursprünglichen Lage gestimmt. Eine Behelfszuwegung während der Bauphase ist nicht vorgesehen. Konsequenz: Fährmannssand und die Carl Zeiss Vogelstation werden im Winter für voraussichtlich vier Monate vom motorisierten Ausflugsverkehr abgeschnitten. Ein Beschluss, mit dem Wedel auch eine drohende juristische Auseinandersetzung in Kauf nimmt.

Linken-Fraktionschef Detlef Murphy hatte vor Beschlussfassung auf ein Anwaltsschreiben verwiesen, das Verwaltung und Fraktionen im Auftrag von Fährmannssand-Betreiber Karl-Heinz Körner zugegangen war und dem Tageblatt vorliegt. Demnach ergeben sich für den landwirtschaftlichen Betrieb existenzbedrohende Konsequenzen. Körners Anwalt Henning Bahr sieht durch einen Bau ohne Behelfsbrücke die so genannte Opfergrenze – die Grenze des zumutbaren Opfers für Anlieger bei Straßenbaumaßnahmen – deutlich überschritten. Körner habe Anspruch auf eine Alternativ-Zuwegung über den Langen Damm mit motorisiertem Lastverkehr, auch wenn dies die Baukosten erhöhe. Die Sanierungsplanung sieht dagegen eine motorisierte Erschließung über den Deichverteidigungsweg vor. Und diese Option gilt auch nur für Anlieger selbst.


Körner will den Rechtsweg beschreiten


Wie berichtet hat die Verwaltung 150  000 Euro für eine Behelfslösung oder aber eine neue Brücke neben der alten mit späterem Abriss kalkuliert. Die Stadt hatte diese Option aus Kostengründen nicht empfohlen. Murphy bat die Verwaltung daher um eine Bewertung des Anwaltsbriefs. Bürgermeister Niels Schmidt erklärte: Nach Einschätzung des Stadt und ihrer Rechtsabteilung sei die Opfergrenze nicht überschritten. Sollte dies gerichtlich anders bewertet werden, gebe es einen Entschädigungsanspruch. „Diese Summe liegt aber mit Sicherheit nicht über den für eine Alternative kalkulierten 150  000 Euro“, so Schmidt. Bahr hatte in seinem Schreiben bereits erklärt, er werde seinem Mandanten empfehlen, Schäden geltend zu machen und gegebenenfalls den Rechtsweg zu beschreiten.

„Wir sind nicht glücklich, dass möglicherweise ein Rechtsstreit im Raum steht“, sagte Stephan Schwartz für die CDU. Dennoch seien die Christdemokraten zu dem Schluss gekommen, dass es keine bessere Bauvariante als die von der Verwaltung vorgelegte gebe.

Auf Tageblatt-Anfrage kündigte Körner gestern tatsächlich an, nun zu juristischen Mitteln greifen zu wollen. Er nannte das Vorgehen der Stadt „unverständlich“. Bereits in den Gesprächen zur Lösungssuche habe er kein wirkliches Entgegenkommen ausmachen können. Zudem werde mit zweierlei Maß gemessen, moniert Körner: Er habe eine Verrohrung mit Dammaufschüttung für die Bauzeit vorgeschlagen. Die Untere Naturschutzbehörde hat dies abgelehnt (wir berichteten). Ein paar Meter weiter jedoch werde bei der Sperrwerkerneuerung am Außendeich mit der Verrohrungsmethode gearbeitet. Eine Behelfslösung sei auch für den Baustellenverkehr deutlich günstiger als ein Brückenabbruch ohne Alternative, so Körner.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 01.Apr.2017 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen