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„Elblinie“ : Fähre: Sechs Bedingungen für ein Ja

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Antrag der FDP: Wedel soll das „Elblinien“-Projekt „mit Nachdruck weiter verfolgen“ – wenn die Voraussetzungen stimmen.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Wedel | Zwei Monate ist es her, da Becker Marine Systems Pläne für eine Autofährverbindung zwischen Wedel und Jork vorgestellt hat. Das Echo auf diese Vision: grundsätzlich positiv. Eine klare Positionierung der Stadt jedoch steht bislang aus. Die wollen Wedels Liberale jetzt forcieren. Tenor: Deutliches Ja mit ebenso deutlichem Aber.

Das Aber meint die Rahmenbedingungen, an die die FDP die Zustimmung der Politik und den Auftrag an die Verwaltung, das Projekt zu forcieren, knüpfen will. Sechs Punkte zählt Martin Schumacher, planungspolitischer Sprecher der Liberalen, in einem Antrag seiner Partei auf. Er wird Dienstag, 6. Mai, im Planungsausschuss beraten. Punkt eins: Die landseitige Infrastruktur und Wedels Part der Finanzierung müsse Teil des Businessparks und der Sanierung des Geländes sein. Die wird bekanntlich aus gesonderten Töpfen bezahlt. Punkt zwei: Der B-Plan für den Business-Park, in den erst jüngst die Renaturierung des Hangs aufgenommen wurde, muss erneut geändert werden.

Bedingung drei: Mit Vattenfall oder Rechtsnachfolger als Nachbarn müssen Vereinbarungen über Wegeverbindungen und langfristige Parkmöglichkeiten getroffen werden. Viertens: Flächen im städtischen Gewerbegebiet Nieland sollen für eine Übergangszeit für den Fährbetrieb zur Verfügung stehen.

Voraussetzung fünf ist die Vermeidung zusätzlichen Verkehrs auf B431 und Industriestraße auch zu Spitzenzeiten sowie die Verbesserung des ÖPNV. Schließlich Punkt sechs: Die Stadt soll vertraglich einen langfristigen Betrieb der Fährlinie sichern. „Unter diesen Rahmenbedingungen bittet der Planungsausschuss die Verwaltung, das Projekt mit Nachdruck weiter zu verfolgen“, heißt es in dem Antrag.

Denn grundsätzlich, so wird in Schumachers Ausführungen deutlich, sprechen aus Sicht der FDP viele Punkte für die neue Fähre: Sie könne mittelständische Wirtschaft auf beiden Elbseiten beleben, touristische Entwicklungen fördern und einen stärkeren kulturellen Austausch ermöglichen. Zudem zählt die FDP verkehrliche Vorteile auf, wenn der Wasserweg gewählt werden kann. Durch Fährnutzung von gewerblichen Pkw, Berufspendlern zwischen Niedersachsen und dem späteren Businesspark, Touristen mit Autos oder Fahrrädern, Menschen auf Einkaufs- oder Ausflugsfahrten sowie auf dem Weg zu Sport- oder Freizeitaktivitäten könnten Entlastungen auf den Straßen erzielt werden. Etwa im Landesgrenzenbereich zwischen Hamburg und Rissen.

Der Hamburger Schiffsausrüster Becker Marine Systems will eine Auto-Fährverbindung zwischen dem brach liegenden Hafen in Wedels neuem Gewerbegebiet und dem alten Anleger „Kirschenland“ in Jork schaffen. Projektname: „Elblinien“. Geht es nach den Projektplanern, könnten bereits ab Frühsommer 2016 zwei Fährschiffe im Halb-Stunden-Takt zwischen beiden Elbseiten verkehren. Bis zu 60 Fahrzeuge und 200 Passagiere soll ein Schiff aufnehmen können. Durchschnittlich 900 Pkw pro Tag könnten so über die Elbe transportiert werden. Auf-Lkw-Transporte sollen die Schiffe nicht ausgelegt werden. Die Fähren sollen durch umweltschonende Elektromotoren mit Flüssiggas-Technologie angetrieben werden.
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