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Experimentelles und Perlen der klassischen Kirchenmusik

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erstellt am 14.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Wedel | Solche Klänge hört man nicht zu oft in Schulau: Perlentauchern gleich hatten sich der Ahrensburger Friedemann Boltes sowie Christuskirchen-Kantor Freimut Stümke auf die Suche nach Kleinoden der Kirchenmusik begeben und sie am Sonntagabend vor etwa 90 Zuhören in dem Gotteshaus präsentiert.

Auf dem Programm standen selten gespielte Stücke von Albinoni, Hertel und Franck, dessen Prélude b-moll aufs trefflichste die schwebende Stimmung eines Sommertages in den Straßen von Paris wiedergab. Es folgte ein experimenteller Mix aus Karlheinz Stockhausens szenischen Tierkreis-Melodien und Georg Philipp Telemanns Heldenmusik, der unter die Haut ging und Bilder von Weite und Einsamkeit in den Köpfen erzeugte.

Doch damit nicht genug: In der eigens für ihn kreierten Komposition "Perlas esparcidas" des argentinischen Pianisten Juan Maria Solare trug Trompeter Boltes mit seinem Instrument die Töne wie verstreute Perlen zu einem schwerelos-verloren klingenden Collier zusammen. Zu Bachs Fantasie in G-Dur, auch bekannt als "piece dorgue", setzte sich dann Kantor Stümke wieder an die Lobback-Orgel und entlockte ihr fließende Tonfolgen, die tropfenhaft leicht begannen, um breiter und getragener weiterzumäandern und in einem perlenden Glöckchen-Spiel im Ungefähren auszuklingen.

Den Abschluss bildete Leopold Mozarts Konzert F-Dur, das den Künstlern lang anhaltenden Applaus bescherte und sie zur Zugabe eines Stücks von Francesco Manfredini anspornte, das das Publikum vollends begeistert entließ.

"Wunderschön und mal ganz was anderes", war nur einer der anerkennenden Zuhörer-Kommentare nach dieser besonderen Darbietung. Für das diesjährige Weihnachtskonzert hat Organist Stümke seinen Trompeterkollegen Boltes auf alle Fälle schon erneut gebucht.

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