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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Dezember 2017 | 16:14 Uhr

Exotisch, theatralisch und kritisch

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erstellt am 01.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Wedel | Mizoguchi Kenji, Ozu Yasujio, Akira Kurosawa: Drei herausragende Regisseure, die für die Exotik und Stilistik des japanischen Films stehen. Mit ihnen und ihren bedeutendsten Werken setzt sich der Verein "Kiwi - Kino in Wedel" bei seinem nächsten Treffen am Donnerstag, 15. August, auseinander. Dafür haben sich die Cineasten zwei Experten ins Boot geholt: Denis Scheither und Marald Milling vom Japan Filmfest Hamburg.

Es wird aber keine reine Veranstaltung für Japan-Kenner und -Spezialisten werden, sagt Kiwi-Vorsitzender Peter Jochimsen. "Jeder, der sich interessiert und mehr erfahren möchte, ist willkommen." Denn die Kiwi-Treffs sind mehr als nur Vorführungen. "Wir reden über die Filme: Wo will der Regisseur hin, was ist die Aussage dahinter, welche Hintergründe gibt es", erläutert Jochimsen. Gemeinsam mit den Kennern werde besprochen, was den japanischen Film kennzeichnet und welcher Sprache er sich bedient.

Denn die Streifen aus Fernost bringen ihre ganz eigene Ästhetik mit. "Sie besitzen eine gewisse Theatralik, es wird alles sehr plastisch und dramatisch dargestellt", sagt Millig. "Emotionen werden oft übertrieben dargestellt, um sie rüberzubringen." Er und Scheither haben als Grundlage markante Ausschnitte aus den Werken der drei Regissure zusammengestellt.


Klassiker inspirieren westliche Filmemacher

Dabei wird eines schnell deutlich: Trotz aller Fremdartigkeit, hat der japanische Film starken Einfluss auf die westliche Kinowelt ausgeübt. Kurosawas (1910-1998) Historienfilm "Die sieben Samurai" von 1954 beispielsweise inspirierte John Sturges zu seinem Western-Klassiker "Die glorreichen Sieben" von 1960. Beim Kiwi-Treff wird ein längerer Ausschnitt aus dem 1950 erschienen "Rashomon - Das Lustwäldchen" gezeigt, der vielfach als wesentlicher Meilenstein in der internationalen Filmgeschichte bewertet wird.

Beginnen wird der Kiwi-Treff voraussichtlich mit der Stummfilmperle "Ich wurde geboren, aber" (1932) von Ozu (1903-1963), der als einer der "japanischsten" Filmemacher gilt und im Westen kaum bekannt ist. "Ein sozialkritischer Film, der sich mit den Klassenunterschieden in Japan auseinandersetzt", erklärt Milling.

Einen kritischen Blick auf die japanische Gesellschaft wirft auch Mizoguchi. Geprägt von seiner eigenen Kindheit, macht er in seinen Filmen die Unterdrückung und Ausbeutung der Frau zum Hauptthema.

"Wir haben uns bei der Auswahl der Filme bewusst fern gehalten von Godzilla", sagt Jochimsen. Unterstützt wird der Kiwi-Treff von der VHS, die den Raum zur Verfügung stellt. "Das ist eine Bereicherung unseres Programms", sagt Leiterin Cornelia Mayer-Schwab.

www.kino-in-wedel.de

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