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Kulturverein Haseldorfer Marsch : Es gibt Streit über die Nutzung der Kate

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vorsitzender Thomas Herion spricht ein Machtwort: Keine Parteiveranstaltungen im Haus.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 14:30 Uhr

Haseldorf | Während der Jahreshauptversammlung des Kulturvereins Haseldorfer Marsch stand bis Punkt vier der Tagesordnung das arbeitsintensive, mit viel ehrenamtlichem Engagement absolvierte Jahr 2016 im Vordergrund. Vorsitzender Thomas Herion konnte in der Bandreißerkate vor 14 Mitgliedern auf ein rundum erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Es gab viele schöne Veranstaltungen wie etwa den auch von jungen Gästen gut angenommenen „Tanz in den Mai“, den „Kulturtag“ mit mehreren hundert Besuchern, den Weihnachtsbasar und tolle Künstler jeder Couleur, die etliche Gäste begeisterten, so der Chef. Zudem freute sich Herion über „Kulturelles für Kinder“ mit Maria Westphal und Jana Autzen sowie über die Kreativ-Werkstatt mit Barbara Rühl. Er dankte den Leitern der Arbeitskreise „Garten“ mit Christel Blum, „Platt-Krink“ mit Werner Konau und „Erhalt der Kate“ mit Waltraud Walter. Ebenso würdigte er die Arbeit der Helfer der zwölf Hochzeiten im vergangenen Jahr.

Diese für die finanzielle Lage des Kulturvereins so wichtigen Events allerdings führten zum weniger erfreulichen Teil des Abends. Zur Diskussion stand die Frage, ob der Verein generell für politische Veranstaltungen in der Kate Räume zur Verfügung stellen müsse. Ein klares „Nein“ von Herion im vergangenen Jahr an Frank Schoppa (Bürger für Haseldorf), der die Kate für Parteitreffen nutzen wollte, führte zum Disput darübe, ob der Kulturverein nicht verpflichtet sei, politischen Vereinen die Türen zu öffnen.

Vorwurf: Ganz mieser Stil

Die Kate gehört der Gemeinde, das Hausrecht aber hat der Kulturverein mit Hausherr Herion. Dieser erklärte, dass zum einen Amtsdirektor Rainer Jürgensen bei Gestattung von politischen Tagungen in der Kate die Erlaubnis für Trauungen zurückziehen werde. Zum anderen wies Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) darauf hin, dass die Gemeindevertretung bestimmt hätte, dass keine politischen Versammlungen in Gebäuden der Gemeinde stattfinden dürften.

Vize-Bürgermeister Boris Steuer (l., SPD) und Frank Schoppa (Bürger für Haseldorf) kamen als Kulturvereinsmitglieder und Politiker.
Vize-Bürgermeister Boris Steuer (l., SPD) und Frank Schoppa (Bürger für Haseldorf) kamen als Kulturvereinsmitglieder und Politiker. Foto: Kirsten Heer
 

Herion selbst merkte impulsiv an, er würde den „Vorsitz sofort niederlegen“, falls sich „ab heute jede politische Gruppe in der Kate“ treffen könnte. Mit der Absage von Seiten des gesamten Vorstands sei der „Bonbon“ ja schon „gelutscht“, stellte Schoppa befremdet fest. Trotzdem wurde weiterdiskutiert. Haseldorfs Vize- Bürgermeister Boris Steuer (SPD) zeigte sich enttäuscht von der Einstellung des Kulturverein. Er fühle sich in seiner Arbeit als Politiker für das Allgemeinwohl gekränkt und geradezu als „anrüchig“ dargestellt. Mitglied Heike Schoppa (SPD) sprach gar von einem „befremdlichen Verhältnis der Kultur zur Politik“ und warf dem Verein einen „ganz miesen Stil“ vor. Herion bewahrte die Ruhe und schloss die Diskussion mit den Worten: „Vorstand und Gemeinde haben eine Entscheidung getroffen und damit muss es erst einmal gut sein.“ Gewählt wurde auch: Die Mitglieder bestätigten Lena Krohn als Vize-Chefin. Zudem wurde Waltraud Walter zur Schatzmeisterin bestimmt. 

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