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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. August 2017 | 20:06 Uhr

Seniorenbüro Wedel : Es bleibt beim Sparansatz

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die SPD scheitert mit ihrem Antrag auf Streichung des Kw-Vermerks.

Wedel | „Kw“ – „künftig wegfallend“: Dieser Vermerk findet sich in Wedels Stellenplan für die Hälfte der vollen Stelle im Seniorenbüro. Ein Sparansatz, der nicht allein dem Seniorenbeirat Sorge bereitet, sondern auch der SPD. Die beantragte jetzt im Hauptausschuss die Streichung, konnte die Mehrheit jedoch nicht von ihrem Ansinnen überzeugen.

„Die unabhängige kompetente Beratungs- und Koordinationsstelle arbeitet seit über 30 Jahren mit zirka 20 Institutionen in Wedel eng zusammen. Somit haben ältere Menschen und deren Angehörige es leichter, ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, hieß es in der Begründung des Antrags, den SPD-Fraktionschefin Sophia Jacobs-Emeis vorbrachte. Der Pflegestützpunkt Pinneberg sei vielen nicht bekannt und zudem schlecht erreichbar. Für Menschen mit Behinderung bestehe im Seniorenbüro zudem die Möglichkeit, zum Beispiel einen Behindertenausweis zu beantragen, ohne dafür nach Elmshorn fahren zu müssen, begründete Jacobs-Emeis weiter den Vorstoß. Zudem nehme Altersarmut zu und immer mehr alte Menschen lebten allein. Ebenso sei die Zahl der älteren Migranten ansteigend.

Ohne Frage sei die Arbeit des Seniorenbüros wertvoll, sagte FDP-Fraktionschefin Renate Koschorrek. Gleichwohl sei es eine freiwillige Leistung, und im Zuge der Haushaltskonsolidierung habe sich die Politik jede Stelle auf der Suche nach Sparpotenzial vorgenommen. Zudem sei eine Reduzierung erst mit Pensionierung der Amtsinhaberin Gisela Rawald geplant, was noch Jahre dauere, so Koschorrek. Und, ergänzte Lutz Degener (CDU), es gehe um eine Kürzung, nicht um die Streichung der kompletten Stelle.

Keine Reduzierung vor Rawalds Pensionierung

Auch eine solche sehe der Seniorenbeirat „mit großer Sorge“, verdeutlichte Vorsitzende Sigrun Klug. Sie nannte den Kürzungsansatz „beschämend“. Ein Drittel der Wedeler Bevölkerung sei bereits im Seniorenalter – Tendenz steigend. Immer wieder höre sie den Tenor, es werde bei den Alten und Schwachen gespart. So etwas stehe der Stadt Wedle nicht zu. „Der Kw-Vermerk ist falsch“, so Klug. Sie und ihre Mitstreiter hätten in zwei Monaten bereits mehr als 1000 Unterschriften dagegen gesammelt, die demnächst im Rathaus abgegeben werden sollen.

Während Linke-Fraktionschef Detlef Murphy eine Kürzung als gravierenden Einschnitt in Wedels soziales Netz ablehnte, äußerte Gudrun Jungblut (Grüne) Befürchtungen, die Stelle könnte bereits vor Rawalds Ausscheiden durch Umorganisieren reduziert werden. Dies würde erst mit der Pensionierung geschehen, erklärte dagegen Bürgermeister Niels Schmidt.

Zudem erwarte die Politik vorher ein Konzept von der Stadt, so Stephan Bakan (WSI). Sein Partei habe seinerzeit den Vermerk beantragt, um langfristig etwas zu ändern. Mit den Stimmen von CDU und FDP lehnte die WSI den SPD-Antrag bei acht zu fünf Stimmen ab.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 13:30 Uhr

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