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Wedel : Erziehungsberatung der Awo - seit 2007 im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Erziehungsberatung der Awo ist seit 2007 in Wedel tätig. Unterstützung ist kostenlos. Trennungen sorgen immer häufiger für Konflikte.

Wedel | Die Räume der Awo-Erziehungsberatung in der Wedeler Hafenstraße sind hell und freundlich, an den Wänden hängen bunte Bilder. Die Beratungsstelle steht allen Wedeler Familien offen. Darauf legt Leiterin Ute Reinecke-Gottschalk Wert: „Jeder Bürger hat einen Anspruch auf Erziehungsberatung – das wissen nur die wenigsten.“ Die Beratung der Arbeiterwohlfahrt ist zudem kostenlos. Finanziert wird das Angebot vom Kreis Pinneberg mit einem jährlichen Budget. Eine Situation, mit der Reinecke-Gottschalk sehr zufrieden ist. In anderen Regionen müssen Beratungsstellen mit Fallpauschalen über die Runden kommen. In Wedel ist die Organisation seit 2007 aktiv, mittlerweile mit vier Experten.

Die Räume in der Hafenstraße sind ein Anlaufpunkt bei einer Vielzahl von Problemen im Familienleben. „Oft ist die Schule ein Thema“, sagt Reinecke-Gottschalk. Auch Zusammenstöße zwischen Eltern und Jugendlichen in der Pubertät können mit Hilfe der Berater bewältigt werden. Die Experten der Awo beobachten bei vielen Klienten auch eine zunehmende Verunsicherung in Erziehungsfragen. Reinecke-Gottschalk: „Heutzutage sind Eltern häufig nicht mehr in größere Familiensysteme eingebunden, die Großeltern sind weit weg.“ Da passt es ins Bild, dass Familien immer früher um Hilfe bitten. „Heute kommen auch Eltern mit Kindern unter drei Jahren zu uns“, beobachtet Reinecke-Gottschalk. Mittlerweile wird in der Beratungsstelle das Alter von zwei bis 18 Jahren abgedeckt.

Der Umgang mit Scheidung oder Trennung nimmt mittlerweile zehn Prozent der Fälle ein. „Die Tendenz ist steigend“, konstatiert die Leiterin der Beratungsstelle. Manche Eltern kämen freiwillig, andere würden von einem Familiengericht an die Awo verwiesen werden. Wenn eine Beziehung zerbricht, wird oft mit harten Bandagen um den Nachwuchs gekämpft. Reinecke-Gottschalk: „50 Prozent der Fälle sind hochstrittig, da beschimpfen sich die ehemaligen Partner hier auch mal gegenseitig, die Streitigkeiten sind intensiver geworden als früher.“ Auch aus diesem Grund findet die Beratung bei Trennungen meist ohne die Kinder statt. Gemeinsam wird ein Kompromiss gesucht, ansonsten geht der Fall zurück vor Gericht, wo eine Entscheidung fällt. Beraterin Elke Wolframm betont: „Je entspannter die Eltern miteinander umgehen, desto besser ist es für die Kinder.“ Reinecke-Gottschalk stellt aber klar, dass seelische Narben nicht −programmiert sind: „Kinder haben bei einer Trennung viel durchzustehen, es muss aber keine negativen Folgen für die Psyche haben.“

Die Erziehungsberatung Wedel der Arbeiterwohlfahrt in der Hafenstraße 28 ist unter der Telefonnummer (04103) 701960 oder per E-Mail an erziehungsberatung-wedel@awo-sh.de zu erreichen. Die Beratung in der Einrichtung ist kostenlos. Die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht. www.awo-sh.de
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erstellt am 03.Mär.2015 | 16:15 Uhr

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