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Holocaust-Gedenktag : Erinnerungen an den Widerstand

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Veranstaltung am 27. Januar in der Stadtbücherei in Wedel. Widerstand der Arbeiterparteien ist Thema.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2016 | 15:00 Uhr

Wedel | Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Heute wird an diesem symbolischen Datum der Internationale Holocaust-Gedenktag begangen. Der Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten organisieren auch in diesem Jahr eine Veranstaltung in der Stadtbücherei, Rosengarten 6. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt zwei Euro.

Der Fokus soll in diesem Jahr auf den Menschen liegen, die sich mit dem Terror des Dritten Reichs nicht abfinden wollten. „Wedel galt zusammen mit Elmshorn als eine Hochburg des Widerstands“, betont Irmgard Jasker vom Arbeitskreis – nicht ohne Stolz. Günther Wilke hat viele Stunden im Archiv verbracht und wird in seinem Vortrag vom Widerstand der Arbeiterparteien in der Rolandstadt berichten. Zuvor geht Jürgen Brüggemann vom Elmhorner Linke-Ortsverband auf antifaschistische Bewegungen vor der Machtübernahme 1933 ein.

Sobald die Nazis das Sagen hatten, gingen sie gegen ihre Gegner vor. Bereits im März wurden abertausende Kommunisten und Sozialdemokraten aus ganz Deutschland in Zuchthäuser und Konzentrationslager eingeliefert. Doch trotzdem leisteten Einzelne aus dem Untergrund Widerstand In Wedel wurde die Zeitung „Roter Roland“ heimlich hergestellt und verteilt. Darin rief besonders die KPD zum Kampf gegen das Regime auf. Trotz aller Anstrengungen der Polizei wurden die Autoren niemals entdeckt. Insgesamt verbrachten 34 Wedeler Zeit in Konzentrationslagern. Jasker: „Wir wollen gerade jungen Leuten deutlich machen, dass es möglich war, sich zu wehren.“ Die Stadtbücherei stellt Literatur zum weiteren Umgang mit dem Thema bereit.

Vom 22. bis zum 29. Januar wird darüber hinaus im Foyer der Bibliothek eine Ausstellung zu sehen sein, in der Schüler das Wedeler Stolpersteinprojekt dokumentieren. Die Jugendlichen von der Gebrüder-Humboldt-Schule hatten die Lebenswege von mehreren Wedeler Nazi-Opfern recherchiert. Im Dezember verlegte Künstler Gunter Demnig die messingfarbenen Gedenksteine im Straßenbelag. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung vom Duo Schenzer & Wilke. Die beiden Musiker – einer davon der Sohn von Redner Günther Wilke – spielen Arbeiter- und Partisanenlieder mit Gitarre, Bratsche und Bouzouki.

Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar wurde als „Holocaust-Gedenktag“ im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt. Dieser Gedenktag ist nicht zu verwechseln mit Yom Hashoa, dem israelischen Feiertag. Dieser fällt auf den 27. Nisan des jüdischen Kalenders – dies entspricht 2016 dem 7. Mai.
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