Erinnerung der besonderen Art

Künstlerische Reflexion auf Ingeborg Hansen.
Künstlerische Reflexion auf Ingeborg Hansen.

„In memoriam“ Reepschlägerhaus zeigt Kunst von Ingeborg Hansen und ihren Schülern / Vernissage ist morgen um 19.30 Uhr

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13. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Ingeborg Hansen war vieles gleichzeitig: Kämpferin für den Erhalt des ältesten Fachwerkhauses der Stadt, dem Reepschlägerhaus, sowie Initiatorin und langjährige Vorsitzende des Förderkreises des mittlerweile längst denkmalgeschützten Gebäudes. Aber auch selbst aktive Künstlerin und Kunstvermittlerin. Die Kunst- und Philosophielehrerin hat mehrere Schülergenerationen des Rist-Gymnasiums maßgeblich beeinflusst. Sie sei ihnen Impulsgeberin und Unterstützerin gewesen, betonen diejenigen ihrer Schüler, die für sich selbst den Weg in die Kreativität gewählt haben.

Eine einfallsreiche Würdigung nehmen sich jetzt Hansens Nachfolger im Reepschlägerhaus vor. Ab dem morgigen Donnerstag zeigt die Teestuben-Galerie Werke aus dem Nachlass der Malerin, die vor eineinhalb Jahren im Alter von 82 Jahren verstarb, und fügt ihnen Exponate ihrer Schüler hinzu. Eine Gemeinschaftsausstellung von Mentorin und ihren Zöglingen: „Ihren nachhaltigen Einfluss wollen wir sichtbar werden lassen“, erklären sie in der Ankündigung.

Die Schüler allerdings zeigen jeweils nicht irgendein Werk. Sie haben Arbeiten extra für die Ausstellung angefertigt. Im März dieses Jahres rief der Förderkreis deshalb zu einem Wettbewerb auf. Wer mitmachen wollte, bekam ein Werk Hansens an die Hand, auf das die eigene Kunst reflektieren sollte. Egal ob Interpretation oder Gegenposition, erlaubt war jede Form der Auseinandersetzung. Auch für die Kunstgattung gab es keine Vorgaben. Malerei oder Zeichnung, Installation, Video oder Performance, Text oder Gedicht – dem kreativen Ausdruck waren keine Grenzen gesetzt.

Das Ergebnis ist eine Sonderschau, die Hansen noch einmal mit ihren Schülern Anna Goldmund, Arne Lösekann, Arno Neufeld, Dieter Siebert, Julia C. Herrmann und Son-Mi Heisel zusammenbringt. Eine Ausstellung, die bunt und vielfältig nicht nur verschiedenste Kunststile mischt, sondern auch die Grenzen von Kunstformen sprengt. Eine Kunstschau, die ein spannendes Experiment darstellt. „Wir fühlen uns dazu aufgerufen, ihr neben dem Platz in unseren Herzen noch einmal einen besonderen Platz in unserem Hause zukommen zu lassen“, hatte der Förderkreis in liebenswürdigem Andenken an seine langjährige Chefin bekundet. „Deshalb planen wir die Sonderausstellung, die nicht nur ihr Werk als Künstlerin, sondern auch ihr Lebenswerk als Kreativquelle beleuchtet.“

„In memoriam – Ingeborg Hansen und ehemalige Schüler“ beginnt am Donnerstag, 14. Dezember, um 19.30 Uhr mit einer öffentlichen Vernissage.

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